Badezimmerdecke streichen
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Einleitung

Feuchtigkeit, Spritzwasser und dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit – im Badezimmer gelten besondere Bedingungen für einen gelungenen Deckenanstrich. Eine einfache Wandfarbe reicht hier meist nicht aus, denn sie kann abblättern, schimmeln oder fleckig werden. Wer seine Badezimmerdecke streichen möchte, braucht vor allem die passenden Materialien und etwas Vorbereitung – kompliziert ist der Anstrich jedoch nicht.
Im Vergleich zu Wohnräumen stellt das Bad höhere Anforderungen an die Farbe: Sie muss feuchteresistent, schimmelhemmend und besonders haftstark sein. Gleichzeitig soll die Decke natürlich auch gut aussehen – egal, ob Sie einfach nur neu weiß streichen oder einen vergilbten Altanstrich auffrischen wollen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Baddecke streichen – dauerhaft, sauber und ohne großen Aufwand. Wir erklären, welche Farben wirklich für Feuchträume geeignet sind, welches Werkzeug nötig ist und wie Sie typische Fehler vermeiden.

1. Feuchtraumgeeignete Farben für Badezimmerdecken
Nicht jede Farbe eignet sich für die Decke im Badezimmer. Im Gegensatz zu herkömmlichen Innenfarben müssen Anstriche im Bad besonders robust sein: gegen Feuchtigkeit, Wasserdampf und Schimmelbildung. Geeignet sind spezielle Feuchtraumfarben, meist auf Acryl- oder Latexbasis, mit schimmelhemmenden Zusätzen. Auch Silikatfarben und abriebfeste Dispersionsfarben können verwendet werden – vorausgesetzt, sie sind explizit für Feuchträume gekennzeichnet.
Die beste Wahl sind Produkte, die „schimmelresistent“, „für Feuchträume geeignet“ oder „nassabriebfest Klasse 1“ ausgewiesen sind. Sie bilden eine widerstandsfähige, hygienische Oberfläche, die sich auch nach Jahren nicht ablöst. Farblich bewährt haben sich matte oder seidenmatte Weißtöne – sie reflektieren das Licht gut und lassen kleine Bäder größer erscheinen.
🚩 Wichtig ist: Verzichten Sie auf klassische Wandfarben oder günstige Dispersionsfarben aus dem Baumarkt – sie sind oft nicht für dauerhaft feuchte Umgebungen gemacht und können schnell abblättern oder Stockflecken begünstigen.
📌 Farbenexperte24-Tipp:
Wählen Sie eine matte oder seidenmatte Oberfläche – sie kaschiert kleine Unebenheiten besser als glänzende Farben und ist dennoch pflegeleicht. Ideal für kleine Badezimmer mit wenig Tageslicht.

2. 🧰 Werkzeugkoffer-Checkliste:
Ein sauberer Anstrich im Badezimmer beginnt mit der richtigen Ausstattung. Gerade in kleinen, verwinkelten Räumen wie dem Bad zählt handliches Werkzeug und eine durchdachte Vorbereitung – so kommen Sie zügig und ohne Unterbrechungen zum Ziel.
Was Sie zum Streichen brauchen
🛡️ Schutz & Abdeckmaterialien
- Abdeckfolie oder Malervlies für Dusche, Waschbecken, Boden
- Malerkreppband für Fliesen- und Wandabschlüsse
- Schutzkleidung & ggf. Feinstaubmaske
🧼 Reinigung & Vorbereitung
- Entfetter oder Badreiniger gegen Rückstände
- Schwamm oder Mikrofasertuch
- Schleifschwamm bei Altanstrichen
- Schimmelentferner bei Problemstellen
🎨 Anstrich- & Beschichtungswerkzeuge
- Kleine Lackierrolle für Decke (kurzer Flor)
- Flachpinsel für Ecken und Ränder
- Farbwanne mit Gitter
- Rührstab oder Quirlaufsatz
🛠️ Sonstiges Zubehör & Schutz
- Trittleiter für sicheres Arbeiten über Kopf
- Timer oder Uhr für die Einhaltung von Trockenzeiten
- Fensteröffner oder Lüfter für Raumklima
📌 Farbenexperte24-Tipp:
Setzen Sie auf eine kurzflorige Mikrofaser- oder Polyamidrolle (5–8 mm Flor) – sie verhindert Spritzer und sorgt für gleichmäßige Verteilung. Für präzise Ränder eignet sich ein Flachpinsel mit ca. 50 mm Breite und synthetischen Borsten.
🚫 Ungeeignet für Badezimmer-Decken:
Verzichten Sie auf einfache Dispersions- oder Wandfarben, die nicht für Feuchträume ausgelegt sind. Sie bieten keinen Schutz vor Feuchtigkeit und können Schimmelbildung begünstigen. Achten Sie immer auf die Kennzeichnung „schimmelhemmend“ oder „für Feuchträume geeignet“.

3. Badezimmerdecke streichen – Schritt für Schritt erklärt
🚩 Wichtig ist: Achten Sie beim Streichen in Innenräumen stets auf eine gute Belüftung. Vor allem bei lösemittelhaltigen Produkten können flüchtige organische Verbindungen (VOCs) entstehen, die die Raumluft belasten. Öffnen Sie Fenster und Türen und lüften Sie regelmäßig – auch noch während der Trocknungszeit.
Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Ratgeber Umweltschonende Farben und Lacke – erfahren Sie dort, welche Farben wirklich umweltfreundlich sind und welche gesundheitlich unbedenklich.
Vorbereitung
Bevor Sie zur Farbe greifen, steht die gründliche Reinigung an: Nutzen Sie einen Entfetter oder geeigneten Badreiniger, um Seifenreste und Schmutz zu entfernen. Verwenden Sie einen Schwamm oder ein Mikrofasertuch, um die Fläche schonend zu säubern. Kleinere Unregelmäßigkeiten lassen sich mit einem Schleifschwamm glätten – das verbessert die Haftung. Kleben Sie anschließend Kanten, Fliesenübergänge und Armaturen sorgfältig mit Malerkrepp ab.
Grundierung (falls nötig)
Bei stark saugenden Untergründen oder kritischen Altanstrichen empfiehlt sich eine Feuchtraumgrundierung, die Sie mit dem Flachpinsel an den Rändern und einer Kurzflorrolle auf der Fläche auftragen. Lassen Sie die Grundierung gut trocknen – beachten Sie die Herstellerangaben.
Erster Anstrich
Beginnen Sie mit dem Flachpinsel an den Rändern, Ecken und Übergängen. Anschließend arbeiten Sie mit der Kurzflorrolle in gleichmäßigen Bahnen über die Fläche. Rollen Sie immer „nass in nass“ und vermeiden Sie Pausen, um Ansätze zu verhindern.
Zweiter Anstrich
Nach der empfohlenen Trocknungszeit folgt der zweite, dünne Anstrich. Verwenden Sie erneut Pinsel und Rolle in derselben Reihenfolge. Achten Sie besonders auf gleichmäßige Deckkraft und vermeiden Sie zu viel Druck – das kann Streifen verursachen.
🚩 Wichtig ist: Direkt nach dem Anstrich sollte das Badezimmer möglichst zugfrei bleiben. Starke Luftbewegungen oder Durchzug können die frische Farbe ungleichmäßig trocknen lassen oder Streifen verursachen.
📌 Farbenexperte24-Tipp:
Erst wenn die Oberfläche oberflächlich getrocknet ist, sorgt sanfte Querlüftung durch ein geöffnetes Fenster oder eine geöffnete Tür für ein ausgeglichenes Raumklima – ideal für ein gleichmäßiges Endergebnis.

4. Typische Fehler beim Deckenanstrich im Bad vermeiden
❌ Fehler 1: Ungeeignete Farbe verwendet
✅ So vermeiden Sie das: Nicht jede Farbe ist für hohe Luftfeuchtigkeit geeignet. Verwenden Sie ausschließlich Feuchtraumfarben mit schimmelhemmender Ausstattung. Produkte ohne diese Eigenschaften können sich ablösen oder verfärben – vor allem in kleinen, schlecht belüfteten Badezimmern.
❌ Fehler 2: Nicht ausreichend gereinigt
✅ So vermeiden Sie das: Kalkablagerungen, Seifenreste oder Fett verhindern, dass die Farbe haftet. Reinigen Sie die Decke gründlich mit einem Entfetter oder Badreiniger und gehen Sie besonders in den Ecken sorgfältig vor. Selbst unsichtbare Rückstände können die Haftung der Farbe dauerhaft beeinträchtigen.
❌ Fehler 3: Schimmel ignoriert oder einfach überstrichen
✅ So vermeiden Sie das: Schimmelspuren dürfen niemals einfach übermalt werden. Behandeln Sie befallene Stellen zunächst mit einem Schimmelentferner oder Alkohol. Auch farblose Rückstände sollten vor dem Anstrich sicher entfernt werden – sonst dringt der Schimmel nach kurzer Zeit wieder durch.
❌ Fehler 4: Falsches Werkzeug verwendet
✅ So vermeiden Sie das: Für die Decke im Bad eignen sich keine groben Wandrollen oder billige Pinsel. Sie verursachen Spritzer, ungleichmäßigen Auftrag und sichtbare Ansätze. Verwenden Sie stattdessen eine Kurzflorrolle für glatte Flächen und einen Flachpinsel mit synthetischen Borsten für präzise Kanten und Ecken.

5. Das Wichtigste in Kürze 📝

➡️ Nur Feuchtraumfarben verwenden: Für die Badezimmerdecke sind schimmelhemmende, feuchtigkeitsbeständige Farben ein Muss. Normale Wandfarbe ist hier fehl am Platz.
➡️ Die Oberfläche muss sauber und trocken sein: Rückstände von Kalk, Seife oder Fett verhindern die Haftung – daher immer gründlich reinigen, bei Bedarf entfetten.
➡️ Schimmel vorher behandeln, nicht überstreichen: Selbst kleine Verfärbungen sollten vor dem Anstrich fachgerecht entfernt werden, sonst kommt der Schimmel später wieder durch.
➡️ Mit dem richtigen Werkzeug geht es leichter: Flachpinsel für die Ränder, Kurzflorrolle für die Fläche – so wird der Auftrag gleichmäßig und spritzarm.
➡️ Zwei dünne Anstriche sind besser als ein dicker: Dadurch deckt die Farbe gleichmäßiger und bleibt elastischer – das beugt Rissen oder Abplatzungen vor.
➡️ Lüften – aber nicht sofort: Nach dem Anstrich für ein paar Stunden ruhen lassen, erst danach sanft lüften – das sorgt für eine gleichmäßige Trocknung ohne Zugluft.
📌 Farbenexperte24-Tipp:
Streichen Sie möglichst bei Tageslicht oder mit einer frontalen Arbeitsleuchte. So erkennen Sie eventuelle Streifen oder Ansätze sofort – und nicht erst, wenn alles trocken ist.
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