Fliesen streichen
Fliesen streichen – eine Alternative zur Komplettsanierung
Alte Fliesen wirken schnell unmodern – doch eine komplette Sanierung ist oft teuer, laut und mit viel Schmutz verbunden. Eine clevere Alternative ist es, die Fliesen zu streichen. Mit moderner Fliesenfarbe lassen sich Wand- und Bodenfliesen unkompliziert neu gestalten, ohne sie herauszuschlagen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann sich das Streichen lohnt, welche Farben und Lacke geeignet sind und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen. Außerdem geben wir Ihnen Tipps zu Vorbereitung, Haltbarkeit und Pflege sowie Beispiele, wie Bad und Küche durch neue Farben ein frisches Gesicht bekommen.
So erhalten Sie einen umfassenden Überblick – und können am Ende entscheiden, ob das Überstreichen Ihrer Fliesen die richtige Lösung für Ihr Zuhause ist.erten mit langjähriger Erfahrung im Bereich Farben und Lacke zeigen Ihnen, worauf es ankommt!

Inhaltsverzeichnis
- Fliesen streichen statt erneuern: Wann lohnt sich der Anstrich?
1.1 Kostenvergleich: Fliesen streichen vs. Fliesen erneuern - Fliesenfarbe & Fliesenlack: Unterschiede, Varianten und Einsatzbereiche
2.1 Fliesenlack vs. Fliesenfarbe – was ist besser?
2.2 Farbvarianten: Matt, glänzend & Spezialfarben
2.3 Produkte für Bad, Küche und Bodenfliesen im Vergleich - 🧰 Werkzeugkoffer-Checkliste
- Fliesen richtig vorbereiten: Reinigung, Grundierung & Untergrundkontrolle
- Fliesen streichen – Schritt für Schritt erklärt
5.1 Wandfliesen streichen
5.2 Bodenfliesen streichen
5.3 Fugen überstreichen oder abkleben? - Typische Fehler beim Fliesen-Streichen – und wie Sie sie vermeiden
- Haltbarkeit & Pflege gestrichener Fliesen: Tipps für langfristige Ergebnisse
- Farbwelten im Bad: modern, Landhaus, natürlich & mediterran
8.1 Moderne Farbtrends fürs und Bad
8.2 Kombination mit Tapeten, Putz oder Folien - Das wichtigste in Kürze

1. Fliesen streichen statt erneuern: Wann lohnt sich der Anstrich?
Viele Haus- und Wohnungsbesitzer stellen sich die Frage:
„Die alten Fliesen haben Risse oder gefallen mir nicht mehr – soll ich sie austauschen oder gibt es eine günstigere Lösung?“
Ein kompletter Austausch bedeutet jedoch: alte Fliesen herausstemmen, Schutt entsorgen, neue Fliesen verlegen – mit erheblichem Aufwand, Schmutz und hohen Kosten.
Das Fliesen streichen ist eine moderne Alternative, die in vielen Fällen sinnvoll ist:
✅ wenn die Fliesen zwar altmodisch aussehen, aber noch stabil sitzen
✅ wenn Sie Bad oder Küche optisch auffrischen möchten, ohne wochenlange Baustelle
✅ wenn Sie eine kostengünstige Lösung suchen
Nicht geeignet ist das Streichen, wenn:
❌ Fliesen stark beschädigt, lose oder gerissen sind
❌ der Untergrund nicht mehr tragfähig ist
❌ langfristig eine Komplettsanierung geplant ist
1.1. Kostenvergleich: Fliesen streichen vs. Fliesen erneuern
Für viele ist der Preis das wichtigste Argument. Wer selbst Hand anlegt, spart beim Streichen deutlich:
➡️ Fliesen erneuern
- Material (neue Fliesen, Kleber, Fugenmörtel)
- Arbeitszeit Handwerker
- Schuttentsorgung
- evtl. Anpassung von Installationen
➜ ca. 100–160 € pro m²
➡️ Fliesen streichen
- Spezialfarbe oder Fliesenlack
- Grundierung & Versiegelung
- Malerwerkzeug
➜ ca. 20–50 € pro m²
👉 Für kleine Geldbeutel oder schnelle Modernisierungen ist das Streichen oft die attraktivste Lösung. Eine komplette Erneuerung lohnt sich dagegen dann, wenn bauliche Schäden vorliegen oder Sie in naher Zukunft eine langfristige Investition planen.
Hinweis für Mieter: In Mietwohnungen sollten Veränderungen an Fliesen vorab mit der Vermieterseite abgestimmt werden. Ob das zulässig ist und eine Rückbaupflicht besteht, regelt Ihr Mietvertrag individuell.

2. Fliesenfarbe & Fliesenlack: Unterschiede, Varianten und Einsatzbereiche
Wer Fliesen streichen möchte, steht schnell vor der Frage: Welche Produkte sind geeignet – Fliesenfarbe oder Fliesenlack? Beide Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet, technisch gibt es jedoch Unterschiede, die für das Ergebnis entscheidend sein können.

2.1 Fliesenlack vs. Fliesenfarbe – was ist besser?
Wer im Baumarkt vor den Regalen steht, kennt die Verunsicherung: Soll es Fliesenfarbe oder Fliesenlack sein? Beide Produkte klingen ähnlich, haben aber unterschiedliche Eigenschaften. Die richtige Wahl hängt davon ab, was Sie vorhaben:
➡️ Fliesenfarbe
Wollen Sie Wandfliesen in Bad oder Küche schnell und unkompliziert neu gestalten?
Dann ist Fliesenfarbe die bessere Wahl.
- Meist wasserbasiert, geruchsärmer, leichter zu verarbeiten
- Gut für Wandfliesen, z. B. in Küche oder Bad
- Große Auswahl an Farbtönen
- Nicht immer so widerstandsfähig wie ein 2K-Lack
➡️ Fliesenlack
Müssen die Fliesen besonders robust sein – zum Beispiel am Boden oder in stark beanspruchten Bereichen? Dann brauchen Sie Fliesenlack.
- Meist lösemittelhaltig, als 1K- oder 2K-System (zwei Komponenten) erhältlich
- Sehr robust und abriebfest
- Besonders geeignet für Bodenfliesen, Küchenrückwände, Duschbereiche oder Hausflure, also überall dort, wo regelmäßig Wasser, Reinigungsmittel oder mechanische Belastung (z. B. durch Schuhe, Möbel oder Putzbewegungen) auftreten.
- Glatte, glänzende Optik möglich
Einige Systemlacke kombinieren Haftgrund und Deckbeschichtung (2-in-1). Ob eine separate Grundierung nötig ist, steht in den Herstellerangaben.
📌 Farbenexperte24-Tipp
Auch bei hellen Fliesen ist in den meisten Fällen eine Grundierung sinnvoll – sie verbessert die Haftung und verhindert spätere Abplatzungen. Nur ausgewiesene 2-in-1-Systeme dürfen ohne Grundierung verwendet werden (Herstellerhinweise beachten).
2.2 Farbvarianten: Matt, glänzend & Spezialfarben
🖌️ Matt
✅ Vorteile: wirkt modern, reduziert Spiegelungen, kaschiert kleine Unebenheiten.
❌ Nachteile: matte Oberflächen sind etwas rauer als glänzende – dadurch setzen sich Schmutz, Fett oder Kalk leichter fest. Wischen ist aufwendiger, weil Flecken nicht so schnell abperlen wie bei einer glatten, glänzenden Fläche.
Geeignet für: ruhige Wandflächen ohne starke Spritz-/Fettbelastung, größere Flächen, die optisch „beruhigt“ wirken sollen (z. B. Gäste-WC, Wände außerhalb der Nasszonen).
🖌️ Seidenmatt
✅ Vorteile: vielseitig einsetzbar, bildet eine harmonische Mitte zwischen Glanz und Matt.
❌ Nachteile: in stark beanspruchten Bereichen kann die Oberfläche durch häufiges Reinigen oder Abnutzung ungleichmäßig glänzend werden. Statt gleichmäßig seidenmatt wirkt sie dann stellenweise glänzender, fast wie leicht abgerieben.
Geeignet für: die meisten Wandflächen in Bad/Küche, auch leichte Spritzbereiche (Waschbecken), wenn gute Reinigbarkeit und unaufdringlicher Glanz gewünscht sind.
🖌️ Glänzend
✅ Vorteile: besonders pflegeleicht, Wasser und Schmutz lassen sich schnell abwischen, kleine Räume wirken heller.
❌ Nachteile: jede Unebenheit wird deutlicher sichtbar, außerdem zeigen sich Wasserflecken und Fingerabdrücke schneller.
Geeignet für: stark beanspruchte Wandbereiche (Herd-/Waschbeckenrückwand), Bereiche mit häufiger Reinigung, sehr kleine/ dunkle Räume, in denen maximale Helligkeit gewünscht ist.
🖌️ Spezialfarben
z. B. hochabriebfeste 2K-Systeme und Anti-Schimmel-Farben
✅ Vorteile: gezielt entwickelt für besondere Anforderungen wie starke Feuchtigkeit, Schimmelgefahr oder hohe Belastung.
❌ Nachteile: teurer in der Anschaffung, und die Verarbeitung kann anspruchsvoller sein (z. B. das Anmischen eines 2K-Lacks).
Geeignet für: Bodenfliesen (2K), Dusch-/Nasszonen oder schlecht belüftete Bereiche (Anti-Schimmel), Flächen mit häufigem Reinigen oder Reinigungsmittelkontakt.

2.3 Produkte für Bad, Küche und Bodenfliesen im Vergleich
Nicht jede Fliesenfarbe eignet sich automatisch für jeden Bereich. Während Wandflächen in Küche und Bad meist weniger belastet werden, müssen Bodenfliesen deutlich mehr aushalten. Auch die richtige Produktauswahl entscheidet, ob Ihr Anstrich lange Freude macht. Bei 2-in-1-Systemen kann der Schritt ‚Grundierung‘ entfallen – bitte beachten Sie die Produktangaben.
🌡️ Bei Fußbodenheizung: Achten Sie bei der Produktauswahl auf die Angabe „temperaturbeständig“ oder „für beheizte Böden geeignet“. Nicht jeder Lack ist dafür vorgesehen und verträgt nicht erhöhte Bodentemperaturen.
📊 Produktvergleich nach Einsatzbereich
| Einsatzbereich | Geeignetes Produkt | ✅ Vorteile | ❌ Nachteile |
| Badezimmer Wand | Wasserbasierte Fliesenfarbe (matt, seidenmatt, glänzend) | Geruchsarm, leicht zu verarbeiten, große Farbauswahl | Weniger abriebfest, nicht für Böden geeignet |
| Küche Wand | Wasserbasierte Fliesenfarbe (seidenmatt, glänzend, wegen besserer Reinigungsfähigkeit) | Beständig gegen Fett und Reinigungsmittel, pflegeleicht | Glänzende Varianten betonen Unebenheiten, nicht für Böden geeignet |
| Bodenfliesen Bad | 2K-Fliesenlack | Extrem robust, abriebfest, wasser- und chemikalienbeständig (wie Fußbodenreiniger) | Aufwendige Verarbeitung (exaktes Anmischen, begrenzte Verarbeitungszeit), teurer |
| Bodenfliesen Flur | 1K-Fliesenlack | widerstandsfähig gegen Schmutz und Trittbelastung, leichter zu verarbeiten als 2K | Untergrundvorbereitung entscheidend für Haltbarkeit, öfters Pflege nötig |
📌 Farbenexperte24-Tipp
So treffen Sie die richtige Wahl: Für Wandfliesen in Küche oder Bad reicht meist eine wasserbasierte Fliesenfarbe. Achten Sie darauf: Matte Oberflächen sind im Bereich von Herd und Waschbecken schwerer zu reinigen – hier sind seidenmatte oder glänzende Varianten besser. Bei Bodenfliesen sollten Sie auf einen 2K-Fliesenlack setzen, damit die Oberfläche abriebfest und wasserbeständig bleibt. Im Flur genügt oft ein 1K-Lack, doch Schmutz und kleine Steinchen können ihn mit der Zeit beschädigen. Bei starker Belastung in Haushalten mit viel Durchgangsverkehr oder Haustieren empfiehlt sich auch hier ein
2K-System für maximale Haltbarkeit.


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3. 🧰 Werkzeugkoffer-Checkliste
Ein gleichmäßiger, haltbarer Anstrich gelingt nur mit der richtigen Vorbereitung und dem passenden Werkzeug. Wer gut ausgestattet ist, arbeitet nicht nur schneller, sondern vermeidet auch typische Fehler wie sichtbare Ansätze, Abplatzungen oder ungleichmäßige Farbflächen. Mit dieser Checkliste sind Sie sowohl in kleinen Räumen wie Bad oder Küche als auch bei größeren Flächen im Flur oder Keller bestens vorbereitet.
Was Sie zum Streichen brauchen
🛡️ Schutz & Abdeckmaterialien
- Abdeckfolie oder Malervlies – schützt Boden, Sanitär und Möbel
- Malerkrepp – für saubere Kanten und zum Abkleben der Übergänge
- Abklebband für empfindliche Flächen (z. B. Washi-Tape) – verhindert Unterlaufen der Farbe
- Silikonentferner, Cuttermesser & Fugenspachtel – falls alte Silikonfugen entfernt werden sollen
- Schutzkleidung, Handschuhe & ggf. Atemschutzmaske
🧼 Reinigung & Vorbereitung
- Entfetter oder Sanitärreiniger – entfernt Fett-, Kalk- und Seifenreste
- Fugenkelle oder kleine Bürste (z. B. alte Zahnbürste) – für gründliche Fugenreinigung
- Eimer mit klarem Wasser – zum Abspülen von Reinigerresten
- Schwamm oder Mikrofasertuch – für streifenfreie Reinigung
- Schleifschwamm oder Schleifvlies (fein) – zum Anrauen glatter Fliesen
- Grundierung / Haftvermittler – speziell für Fliesen entwickelt (bei 2-in-1-Systemen nicht erforderlich)
- 🚩 Optional: Schimmelentferner – nur bei Problemstellen, z. B. im Bad
🎨 Anstrich- & Beschichtungswerkzeuge
- Flachpinsel (30–50 mm) – für Fugen, Ränder und Ecken
- Kantenpinsel (abgewinkelt, 25–35 mm) – für schwer zugängliche Stellen hinter WC oder Armaturen
- Lackierrolle mit kurzem Flor – für gleichmäßigen Farbauftrag
- Ersatzrollen & Pinsel – für zweiten Anstrich oder Farbwechsel
- Farbwanne mit Abstreifgitter – für kontrolliertes Arbeiten
- Rührstab oder Rührquirlaufsatz – für gleichmäßiges Durchmischen
- Messbecher oder Mischgefäß mit Skala – für exaktes Anmischen bei 2K-Systemen
- 🚩 Optional: Versiegelungslack + passende Rolle (für Böden / Feuchträume)
- 🚩 Optional: rutschhemmender Zusatz – für Bad- oder Küchenböden
- 🖊️ Fugenfarbe oder Fugenstift – zum farblichen Nacharbeiten der Fugen oder für Kontraste nach dem Streichen
📌 Tipp: Achten Sie auf hochwertige Pinsel und Rollen – besonders bei Lacken zahlt sich Qualität aus. Günstige Werkzeuge verlieren oft Borsten oder hinterlassen Streifen.
🛠️ Sonstiges Zubehör & Arbeitshilfen
- Trittleiter – für sicheres Arbeiten an Wand- oder Deckenfliesen
- Timer / Uhr – um Trocken- und Topfzeiten im Blick zu behalten
- Fensteröffner oder kleiner Lüfter – sorgt für gute Belüftung ohne Staubzug
- Rührholz oder Holzstab – Alternative zum Quirl, falls kein Bohrer vorhanden
- Leerer Karton oder Abstreifblech – als Ablagefläche für Rolle / Pinsel
- Notizzettel oder Etikett – zum Festhalten von Misch- und Topfzeiten

4. Fliesen richtig vorbereiten: Reinigung, Grundierung & Untergrundkontrolle
➡️ Bevor Sie mit dem Streichen beginnen, prüfen Sie die Fliesen und Fugen sorgfältig auf Risse, Abplatzungen oder lose Stellen. Beschädigte Fliesen oder bröckelige Fugen sollten ausgetauscht oder verspachtelt werden – nur eine intakte Fläche ergibt ein dauerhaft schönes Ergebnis.
🧼 1. Gründliche Reinigung
- Verwenden Sie einen starken Entfetter oder Sanitärreiniger, der Fett, Kalk und Seifenreste löst.
- Achten Sie darauf, dass er rückstandsfrei abspülbar ist.
- Gründlich in Fugen und Ecken arbeiten, da sich dort die meisten Rückstände sammeln.
- Danach mit klarem Wasser nachwischen und die Fliesen vollständig trocknen lassen (2–4 Stunden, besser über Nacht).
❗Achtung: Auf älteren Fliesenböden befinden sich manchmal Rückstände von Wischpflege, Politur oder Wachslösungen. Diese müssen vollständig entfernt werden – sie verhindern die Haftung der Farbe. Achten Sie daher auf eine wirklich porentiefe Reinigung.
💡 Praktisch: Einige Spezialreiniger für Fliesen vereinen Reinigung und Anrauen in einem Schritt. Das spart Zeit und sorgt für eine gute Haftung – achten Sie auf entsprechende Hinweise in der Produktbeschreibung.
🪣 2. Anschleifen & Staub entfernen
- Hochglänzende Fliesen mit feinem Schleifvlies oder Schleifschwamm leicht anrauen. Auch leicht matte oder strukturierte Fliesen profitieren von einem kurzen Anschliff – so kann die Grundierung noch besser haften.
- Anschließend den Schleifstaub gründlich entfernen – Staubsauger plus feuchtes Tuch genügen. Wichtig: Kein Putzmittel mehr verwenden, nur klares Wasser.
📌 Farbenexperte24-Tipp
Warum erst Putzen UND Schleifen im Anschluss wichtig sind: Wenn Fett, Kalk oder Seifenreste auf den Fliesen bleiben, verschmiert der Schleifschwamm diese nur. Statt eine griffige Oberfläche zu schaffen, reiben Sie den Schmutz in die Poren und Fugen. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Staub und Rückständen, auf der die Grundierung nicht richtig haftet. Erst gründliches Reinigen vor dem Schleifen löst diese Schicht, danach sorgt das Anschleifen für die nötige Haftung.
🛡️ 3. Abkleben & Abdecken
- Verwenden Sie Malerkrepp, um Ränder, Fugenbereiche und Silikonabschlüsse sauber abzukleben. So verhindern Sie, dass Farbe dort haften bleibt, wo sie nicht hingehört.
- Decken Sie Böden, Sanitäranlagen und Arbeitsflächen mit Abdeckfolie oder Malervlies ab, damit mögliche Spritzer keine Spuren hinterlassen.
- Entfernen Sie nach Möglichkeit Wandhalterungen, Haken, Seifenspender oder leichte Armaturen vor dem Streichen – so erreichen Sie alle Stellen und vermeiden unsaubere Kanten oder ungleichmäßige Übergänge.
- Fugenband (schmal, 3–5 mm) – zum späteren Gestalten oder Betonen der Fugen nach dem Anstrich.
🎨 4. Grundierung auftragen
- Verwenden Sie eine spezielle Fliesengrundierung die für glatte, nicht saugende Untergründe geeignet ist, (entfällt bei ausgewiesenen 2-in-1-Systemen – Herstellerangaben beachten).
- Diese Grundierung schafft eine chemische Verbindung zwischen Fliese und Deckanstrich.
- Ohne Haftgrund bleibt die Farbe nur oberflächlich haften – Feuchtigkeit, Reinigung oder mechanische Belastung würden sie schnell ablösen.
- Grundierung gleichmäßig mit Rolle auftragen, Fugen mit Pinsel nacharbeiten.
- Trocknungszeit: Herstellerangaben beachten – in der Regel 6–12 Stunden, im Zweifel über Nacht.
📌 Farbenexperte24-Tipp
So erzielen Sie ein dauerhaftes Ergebnis: Verwenden Sie nur rückstandsfrei abspülbare Reiniger wie Grundreiniger oder Entfetter. ❌ Ungeeignet sind Produkte mit Zusätzen wie „Pflege“, „Glanz“ oder „Schutzfilm“, da sie eine Schicht hinterlassen, die die Haftung der Farbe verhindert. 🚩 Wichtig: Verzichten Sie niemals auf die Grundierung – sie sorgt dafür, dass sich die Deckfarbe fest mit den Fliesen verbindet und der Anstrich jahrelang hält, statt sich schon nach kurzer Zeit wieder abzulösen.


5. Fliesen streichen – Schritt für Schritt erklärt
Nachdem die Reinigung, Untergrundprüfung und Grundierung abgeschlossen sind, beginnt die eigentliche Arbeit: das Streichen.
Je nachdem, ob Sie Wandfliesen oder Bodenfliesen eine neue Optik verleihen möchten – oder ob Sie sich Gedanken um die Fugen machen – gibt es zusätzliche Punkte zu beachten. Die wichtigsten Unterschiede zeigen wir Ihnen hier.
Mit der richtigen Reihenfolge und etwas Geduld können Sie alte Fliesen auch ohne Fachbetrieb selber streichen.
🚩 Wichtig: Ohne Haftgrund – oder ein ausgewiesenes 2-in-1-System – haftet die spätere Fliesenbeschichtung nicht dauerhaft. Arbeiten Sie deshalb immer gründlich, halten Sie die Trocknungszeiten ein und streichen Sie zügig in einem Stück, um Ansätze oder Farbunterschiede zu vermeiden. Rühren Sie die Farbe lieber etwas länger als zu kurz – schlecht vermischte Pigmente führen oft zu fleckigen Flächen. Achten Sie außerdem darauf, stets von oben nach unten in gleichmäßigen Bahnen zu arbeiten, damit keine Tropfspuren oder Überlappungen entstehen.
5.1 Wandfliesen streichen
Farbe: wasserbasierte Fliesenfarbe (matt, seidenmatt oder glänzend; im Spritzbereich von Waschbecken und Herd sind seidenmatte oder glänzende Varianten empfehlenswert, da sie leichter zu reinigen sind).
🖌️ Vorgehen beim Streichen:
- Rühren Sie die Farbe gründlich auf, bis keine Schlieren mehr zu sehen sind.
- Arbeiten Sie abschnittsweise – das sorgt für ein gleichmäßiges Ergebnis:
- Beginnen Sie in einem Bereich von etwa ein bis zwei Quadratmetern.
- Zuerst streichen Sie dort die Fugen, Ecken und Kanten mit einem Flachpinsel (ca. 30–50 mm) vor – also alle Stellen, die die Rolle später nicht gut erreicht.
- 👉 Tipp: Verwenden Sie einen Pinsel mit synthetischen Borsten, damit keine Haare ausfallen und sich die Farbe sauber verteilen lässt.
- Direkt im Anschluss – solange die Farbe noch feucht ist – rollen Sie die Fläche mit einer kurzflorigen Lackierrolle gleichmäßig „nass in nass“. So verbinden sich die Bereiche und es entstehen keine sichtbaren Übergänge.
- Lassen Sie die erste Schicht vollständig trocknen (meist 6–12 Stunden, je nach Produkt) und tragen Sie dann die zweite Schicht auf. Bei sehr hellen Farben oder stark strukturierten Fliesen kann ein dritter dünner Auftrag sinnvoll sein.
- In fensterlosen Räumen oder mit schlechter Belüftung verlängert sich die Trocken- und Aushärtezeit – Hier empfiehlt sich ein kleiner Lüfter oder regelmäßig geöffnete Türen, um die Trocknung zu unterstützen. Verwenden Sie möglichst emissionsarme Farben.
💡 Besonderheiten:
- Silikonfugen lassen sich nicht streichen. Wenn diese unansehnlich sind, müssen sie nach Abschluss aller Anstriche (dem sogenannten Lackaufbau) vollständig entfernt und neu verfugt werden.
- Eine Versiegelung ist an der Wand normalerweise nicht nötig, da Wandflächen keiner ständigen mechanischen Belastung (z. B. durch Begehen) ausgesetzt sind.
5.2 Bodenfliesen streichen
Farbe: 2K-Fliesenlack (nur er hält auf Böden dauerhaft Abrieb, Wasser und Reinigungsmitteln stand).
🖌️ Vorgehen:
- Beide Komponenten des 2K-Lacks exakt nach Anleitung mischen. Achten Sie auf die Topfzeit – nach dem Anmischen bleibt nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verarbeitung.
- Ränder und Fugen mit einem Flachpinsel (30–50 mm) streichen, die Fläche anschließend mit einer kurzflorigen Lackierrolle in Bahnen beschichten.
- Lassen Sie die erste Schicht vollständig trocknen (typisch 8–12 Stunden, Herstellerangaben beachten).
- Tragen Sie eine zweite Schicht auf, ebenfalls gleichmäßig mit Pinsel und Rolle.
- Zum Abschluss empfiehlt sich eine klare Versiegelung in zwei dünnen Schichten. Dadurch wird die Oberfläche abriebfest, wasserbeständig und leichter zu reinigen.
💡 Besonderheiten:
- Der Boden darf nach dem letzten Anstrich mindestens 24 Stunden nicht betreten werden.
- Die volle Belastbarkeit wird nach 5–7 Tagen erreicht.
- Für zusätzliche Sicherheit gibt es rutschhemmende Zusätze (z. B. feine Körnung, die in die letzte Schicht eingestreut oder eingerührt wird). Diese verhindern, dass der Boden glatt wird, besonders praktisch in Bad und Küche.
5.3 Fugen überstreichen oder abkleben?
Fliesenfugen sind ein Sonderfall beim Streichen. Grundsätzlich können Sie mitgestrichen werden, aber es gibt Unterschiede je nach Einsatzbereich:
- Fugen überstreichen:
Das ist die einfachste Variante. Das Ergebnis wirkt optisch sehr einheitlich, besonders an der Wand. Allerdings sind Fugen poröser als die Fliesen selbst. Auf Böden nutzen sie sich deshalb schneller ab – die Farbe kann sich durch Belastung oder häufiges Reinigen stellenweise ablösen oder abplatzen.
- Fugen abkleben:
Mit normalem Malerkrepp ist das kaum machbar, da es deutlich breiter ist als die üblichen 3–5 mm Fugen. Für kleine Flächen gibt es jedoch schmale Spezial-Fugenbänder, mit denen die Fugen geschützt und später wieder freigelegt werden können. Das ist zwar sehr zeitintensiv, kann sich aber lohnen, wenn die ursprüngliche Fugenstruktur unbedingt erhalten bleiben soll.
- Fugenfarbe oder Fugenband im Nachgang:
Eine praktische Alternative: Streichen Sie die Fliesen komplett inklusive Fugen und bringen Sie anschließend eine spezielle Fugenfarbe oder ein Fugenband auf. Damit lassen sich Kontraste oder Akzente setzen, ohne dass Sie jede Fuge einzeln abkleben müssen.
🔧 Anwendung von Fugenfarbe
Fugenfarbe gibt es als flüssige Farbe im Set oder als Fugenstift.
- Mit Pinsel: Verwenden Sie bei flüssiger Fugenfarbe einen schmalen Pinsel (ca. 5–10 mm) oder den mitgelieferten Applikator. Damit tragen Sie die Farbe direkt in die Fuge auf.
- Mit Fugenstift: Hier „malen“ Sie die Fuge einfach nach – die schnellste und sauberste Variante, besonders für kleinere Flächen oder einzelne Akzente.
👉 Tipp: Überschüssige Farbe, die auf die Fliesen gelangt, sofort mit einem feuchten Tuch abwischen.
🔧 Anwendung von Fugenband
Fugenband funktioniert wie ein schmales Klebeband, das direkt in die Fugen geklebt wird.
- Es ist in verschiedenen Farben erhältlich (z. B. weiß, grau, schwarz, metallic).
- Das Band wird mit leichtem Druck in die Fuge gedrückt und haftet dort dauerhaft.
👉 Vorteil: schnelle optische Veränderung ohne Trocknungszeit.
📌 Farbenexperte24-Tipp
So gelingt die Arbeit ohne Frust: Wenn Sie die Fugen überstreichen, wischen Sie Farbreste auf den Fliesen sofort mit einem feuchten Tuch ab – getrocknete Farbe ist später nur schwer zu entfernen. Bei Fugenfarbe oder Fugenstift arbeiten Sie am besten abschnittsweise und konzentrieren sich auf ein paar Reihen gleichzeitig. So behalten Sie den Überblick und erzielen ein gleichmäßiges Ergebnis, ohne nachträglich viel korrigieren zu müssen.

6. Typische Fehler beim Fliesen-Streichen – und wie Sie sie vermeiden
Auch wenn das Streichen von Fliesen kein Hexenwerk ist, gibt es einige Stolperfallen, die häufig zu enttäuschenden Ergebnissen führen. Mit ein wenig Aufmerksamkeit lassen sich diese Fehler jedoch leicht vermeiden.
❌ Fehler 1: Fliesen nicht gründlich gereinigt
Viele denken, das Anschleifen reicht schon aus. Doch Fett, Seifenreste oder Staub bleiben dadurch oft nur verschmiert auf der Oberfläche oder in den Fugen. Die Grundierung kann sich dann nicht richtig verankern, und die Beschichtung platzt schon nach kurzer Zeit wieder ab.
✅ Besser: Erst mit einem rückstandsfrei abspülbaren Reiniger gründlich putzen, dann anschleifen und Staub entfernen. So ist die Oberfläche wirklich sauber und aufnahmebereit.
❌ Fehler 2: Auf die Grundierung verzichten
Wer die Grundierung weglässt oder kein 2-in-1-System verwendet, riskiert, dass die Farbe auf der glatten Fliesenoberfläche nicht hält. Das Ergebnis wirkt nur kurzfristig schön und löst sich schnell wieder.
✅ Besser: Verwenden Sie immer eine spezielle Fliesengrundierung oder verwenden Sie eine geeignete 2 in 1 Farbe. Sie sorgt für die notwendige Haftbrücke zwischen Fliese und Deckanstrich.
❌ Fehler 3: Ungeeignete Farbe gewählt
Normale Wand- oder Acryllacke sind nicht für Fliesen gemacht. Sie blättern ab, verfärben sich oder werden durch Feuchtigkeit und Reiniger zerstört.
✅ Besser: Nutzen Sie ausschließlich spezielle Fliesenfarbe oder Fliesenlack. Für Wände reicht wasserbasierte Fliesenfarbe, für Böden sind 2K-Fliesenlacke Pflicht.
❌ Fehler 4: Zu dick oder zu ungleichmäßig gestrichen
Zu dicke Farbschichten führen oft zu „Gardinenbildung“ – dabei läuft die Farbe an der Wand herunter und bildet dicke Nasen. Besser: In zwei bis drei dünnen Schichten arbeiten und jede vollständig trocknen lassen.
✅ Besser: Arbeiten Sie mit dünnen Schichten und rollen Sie gleichmäßig „nass in nass“. Mehrere dünne Anstriche sind besser als ein zu dicker Auftrag.
❌ Fehler 5: Trocknungszeiten nicht beachtet
Wer zu früh überstreicht oder die Fläche benutzt, riskiert, dass die Farbe reißt oder sich ablöst.
✅ Besser: Beachten Sie die Herstellerangaben und lassen Sie jede Schicht vollständig trocknen – lieber ein paar Stunden länger warten als zu früh weiterarbeiten.
❌ Fehler 6: Fugen oder Silikon falsch behandelt
Silikonfugen lassen sich nicht überstreichen. Farbe darauf hält nicht und platzt ab. Auch Fugenfarbe kann auf Dauer stärker belastet werden als die Fliesen selbst.
✅ Besser: Silikonfugen nach dem Anstrich erneuern. Bei normalen Fugen entscheiden Sie je nach Bereich: Mitstreichen an der Wand ist in Ordnung, am Boden oft besser abkleben oder separat behandeln.


7. Haltbarkeit & Pflege gestrichener Fliesen: Tipps für langfristige Ergebnisse
Ein haltbarer Fliesenanstrich ist kein Zufall – er entsteht durch korrekte Aushärtung, passende Reinigung und kleine Schutzmaßnahmen im Alltag. So bleibt die Fläche über Jahre schön.
➡️ Aushärtung & die ersten Tage
🔹 Nach dem letzten Anstrich die Fläche mindestens 24 Stunden nicht nutzen; volle Belastbarkeit ist in der Regel nach 5–7 Tagen erreicht.
🔹 In dieser Zeit keine Teppiche, Duschmatten (vor allem mit Saugnäpfen) oder Folien luftdicht auflegen – sie stauen Feuchtigkeit und können Abdrücke verursachen; die Fläche muss abtrocknen können.
🔹 Dusche/Badewanne: in den ersten Tagen nur vorsichtig nutzen, stehendes Wasser vermeiden, danach Wasser abziehen.
🔹 Bodenflächen: Möbel erst nach Durchhärtung zurückstellen; Filzgleiter unter Stuhl-/Möbelfüße kleben, Rollen prüfen (weich, sauber).
➡️ Reinigung im Alltag – was funktioniert, was schadet
Reinigerreste immer mit klarem Wasser nachspülen und die Fläche trocken nachwischen, damit kein Film zurückbleibt.
✅ Geeignet
🔹 pH-neutrale oder milde Reiniger (rückstandsfrei abspülbar)
🔹 Mikrofasertuch, weicher Schwamm, Duschabzieher (nach dem Duschen)
🔹 Lauwarmes Wasser, gut nachspülen und trocknen lassen
❌ Ungeeignet
🔹 Scheuerpulver, harte Pads, Stahlschwämme (kratzen die Oberfläche)
🔹 Stark alkalische oder stark saure Reiniger, Chlor pur (greifen Beschichtung an)
🔹 Dampfreiniger vermeiden – auch nach vollständiger Aushärtung kann der heiße Dampf die Beschichtung unterwandern und beschädigen.
➡️ Schutz im Alltag – kleine Maßnahmen, große Wirkung
🔹 Eingangsbereiche/Flur: Fußmatte nutzen; Sand und Steinchen wirken wie Schmirgel und verkürzen die Lebensdauer.
🔹Verwenden Sie weiche Stuhlrollen oder Filzgleiter unter Möbeln – harte Rollen oder Gummifüße können Druckstellen oder Verfärbungen hinterlassen.
🔹 Küche: Spritzbereiche regelmäßig mit weichem Tuch reinigen; seidenmatt oder glänzend ist dort pflegeleichter.
🔹 Bad: Wasser nach dem Duschen abziehen, Lüften nicht vergessen – weniger Feuchtigkeit = längere Haltbarkeit.
🔹 Silikonfugen regelmäßig prüfen und bei Bedarf erneuern (Silikon ist nicht überstreichbar).
➡️ Nachpflege, Ausbesserung & Auffrischung
🔹 Kleine Kratzer/Abplatzer punktuell mit einem dünnen Pinsel ausbessern (gleiches Produkt, dünn arbeiten, gut trocknen lassen).
🔹 Bodenflächen mit Versiegelung: Je nach Nutzung nach 4–6 Jahren eine Auffrischungs-Versiegelung in einer dünnen Schicht einplanen. Bei starker Belastung (z. B. Haustiere, viel Durchgangsverkehr) kann eine frühere Nachbehandlung nach 2–3 Jahren sinnvoll sein.
🔹 Wandflächen halten oft länger; bei starker Beanspruchung (z. B. hinter dem Herd) Teilflächen einfach reinigen → leicht anschleifen → überlackieren.
🔹 Fugenbild auffrischen: Mit Fugenstift oder Fugenfarbe schnell wieder kontrastreich gestalten – besonders praktisch nach einigen Jahren.
🔹Eine Auffrischung der Versiegelung ist sinnvoll, wenn der Glanz nachlässt oder sich feine Kratzer auf der Oberfläche zeigen.
📝 Pflege-Merkzettel auf einen Blick
- Erste Woche: frisch gestrichene Flächen vorsichtig nutzen, keine Möbel verschieben oder Wasser stauen lassen, regelmäßig lüften.
- Reinigung allgemein: nur milde, pH-neutrale Reiniger verwenden – keine Scheuermittel, keine aggressiven Reiniger.
- Dampfreiniger grundsätzlich vermeiden – der heiße Dampf kann die Beschichtung auch später noch unterwandern.
- Alltagsschutz: Sand/Schmutz schnell entfernen, Filzgleiter unter Möbeln nutzen.
- Langfristig: Kleine Kratzer lassen sich punktuell ausbessern. Bei Böden mit Versiegelung kann nach einigen Jahren eine dünne Auffrischungsschicht nötig sein, um die Oberfläche zu schützen.

8. Farbwelten im Bad: modern, Landhaus, natürlich & mediterran
Wer Fliesen streicht, steht nicht nur vor der Frage „Welche Produkte brauche ich?“, sondern oft auch:
- „Welche Farben passen zu meinem Stil?“
- „Soll es modern, klassisch oder eher gemütlich wirken?“
Im Folgenden finden Sie ein paar Beispiele, die dabei helfen können, eigene Ideen zu entwickeln und die passende Farbwelt für Bad oder Küche zu entdecken. Schon kleine Veränderungen im Farbton können Räume heller, freundlicher oder eleganter wirken lassen.
👉 Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Farben Räume beeinflussen, lesen Sie weiter in unserem Ratgeber: Die Psychologie der Farben im Innenraum
8.1 Moderne Farbtrends fürs Bad
Moderner Stil – klare Kontraste
Dunkle Grautöne oder tiefes Anthrazit für den Boden, kombiniert mit hellen Wandflächen in Creme oder Weiß. Wirkt elegant und passt perfekt zu minimalistischen Möbeln oder Edelstahl.

Landhausstil – warme, natürliche Töne
Beige, Sand oder helles Terrakotta auf den Fliesen bringt eine gemütliche, wohnliche Atmosphäre. Kombiniert mit Holzoptik und warmen Accessoires entsteht ein rustikaler, aber heller Look.

Natürliche Töne – beruhigend und zeitlos
Sanfte Grüntöne oder erdiges Grau-Beige vermitteln Ruhe und wirken besonders harmonisch. Ideal in Bädern, die zum Entspannen einladen sollen.

Mediterraner Stil – lebendig und warm
Warme Farben wie Ocker, Terrakotta oder ein sanftes Blau erinnern an Urlaubsflair und bringen südliches Ambiente ins Bad. In Kombination mit Naturmaterialien wie Holz oder Korb entsteht eine freundliche, sonnige Stimmung.

8.2 Kombination mit Tapeten, Putz oder Folien
Ein Fliesenanstrich muss nicht allein für sich stehen – er lässt sich ideal mit anderen Oberflächen kombinieren:
Tapeten: Über gestrichene Fliesen im unteren Wandbereich kann eine Tapete darüber für Abwechslung sorgen. Besonders dekorativ in Gäste-WCs oder Küchen.
Strukturputz: Wer nur einzelne Bereiche streicht, kann andere Wandflächen mit Putz hervorheben. Das bringt Tiefe und Struktur ins Raumkonzept.
Möbelfolie oder Dekorfolie: Praktisch für kleine Akzente, z. B. auf Küchenrückwänden. In Kombination mit neutral gestrichenen Fliesen entsteht ein moderner Mix.

9. Das Wichtigste in Kürze
➡️ Fliesen streichen statt erneuern spart Zeit, Lärm und hohe Kosten – besonders im Bad oder in der Küche eine praktische Alternative zum Rausreißen.
➡️ Vorbereitung ist entscheidend: Fliesen gründlich reinigen, anschleifen und mit Haftgrund grundieren. Nur so hält die neue Beschichtung dauerhaft.
➡️ Produktauswahl nach Einsatzbereich:
- Wände → wasserbasierte Fliesenfarbe, seidenmatt oder glänzend für pflegeleichte Oberflächen.
- Böden → robuster 2K-Fliesenlack, am besten zusätzlich versiegelt.
➡️ Werkzeugkoffer nicht vergessen: Rolle, Flachpinsel, Abdeckmaterial und Reiniger gehören zur Grundausstattung – siehe Kapitel 3 für die komplette Liste.
➡️ Schritt-für-Schritt-Anleitung beachten: Erst Grundierung (oder ein 2-in-1-System), dann 2 Anstriche, bei Bedarf Versiegelung – detailliert erklärt in Kapitel 5.
➡️ Fugen: Mitstreichen ist an Wänden unproblematisch. Auf Böden sind Fugen stärker belastet – hier besser Fugenfarbe oder Fugenband einsetzen (siehe Kapitel 5.3).
➡️ Haltbarkeit & Pflege: Schonende Reinigung, keine Scheuermittel, kein Dampfreiniger, regelmäßiges Wasser Abziehen im Bad und Filzgleiter unter Möbeln verlängern die Lebensdauer deutlich.
➡️ Gestaltung: Moderne Grautöne, warme Naturfarben oder neutrale Klassiker – kombinieren Sie mit Tapeten, Putz oder Folien (siehe Kapitel 8).

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