Kinderzimmer streichen
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Einleitung

Ein Kinderzimmer ist weit mehr als nur ein Ort zum Schlafen. Es ist eine kleine Welt zum Entdecken, Träumen und ein Rückzugsort an dem sich Kinder sicher und zuhause fühlen sollen.
Wenn Sie das Kinderzimmer streichen, schaffen Sie damit eine wichtige Grundlage. Denn die passende Wandfarbe fürs Kinderzimmer beeinflusst die Atmosphäre im Raum spürbar – und damit auch das Wohlbefinden Ihres Kindes.
Vielleicht stehen Sie gerade ganz am Anfang und möchten ein Babyzimmer liebevoll gestalten. Oder Sie möchten den Raum für ein heranwachsendes Kind auffrischen und zeitgemäß erneuern.
Dieser Ratgeber unterstützt Sie dabei, Ihre Ideen Schritt für Schritt umzusetzen. Sie erfahren, wie Sie mit der richtigen Wandfarbe eine Umgebung schaffen, in der sich Ihr Nachwuchs rundum wohl fühlen kann.
Bei Farbenexperte24 begleiten wir Sie mit Fachwissen und praxiserprobten Tipps, damit Ihr Streichprojekt gelingt. Sie werden schnell merken: Mit einer guten Vorbereitung und hochwertigen Materialien setzen Sie das problemlos selbst um – und erzielen ein Ergebnis, das sich wirklich sehen lassen kann.
Inhaltsverzeichnis
- Farbwirkung im Kinderzimmer: Was die Farbpsychologie nahelegt
1.1 Farbwelten & Inspiration: Vom pinken bis salbeigrünen Kinderzimmer 🎨 - Materialkunde: Gesundheit im Fokus 🌿
2.1 Welche Kinderzimmerfarbe ist die richtige?
2.2 Unterschiede: Wandfarbe vs. Farbe für Kindermöbel - Kreative Wand-Ideen mit Farbe: Akzentwand, Regenbogen und moderne Looks
- Vom Babyzimmer zum Jugendzimmer: Farbe für jede Lebensphase
- 🧰 Werkzeugkoffer-Checkliste
- Schritt-für-Schritt-Guide: Kinderzimmer richtig streichen
- Typische Stolperstellen gelöst: So gelingt das Projekt
- 📝 Fazit: Das Wichtigste auf einen Blick

1. Farbwirkung im Kinderzimmer: Was die Farbpsychologie nahelegt
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum sich Ihr Kind in manchen Räumen ganz automatisch wohler fühlt als in anderen? Die Wände im Reich Ihres Nachwuchses sind mehr als nur Hintergrund – sie begleiten Ihr Kind durch einen wichtigen Teil seiner Kindheit. Indem Sie die passende Kinderzimmer-Wandfarbe auswählen, gestalten Sie damit auch die tägliche Stimmung und das emotionale Erleben im Alltag ein Stück weit mit.
Auch die Wohn- und Umweltpsychologie beschäftigt sich damit, wie Räume auf Menschen wirken. Farben können dabei Orientierung geben: Sie beeinflussen, ob ein Raum eher ruhig, anregend oder ausgleichend wahrgenommen wird. Wichtig ist jedoch immer das Zusammenspiel aus Farbton, Helligkeit, Tageslicht und Nutzung des Raums.
Wenn Sie sich gerade fragen: „Welche Farbe passt wirklich zu unserem Alltag?“, lohnt es sich, zuerst die gewünschte Atmosphäre im Raum bewusst zu definieren und zu überlegen, welche Wirkung Sie sich wünschen. Soll der Raum vor allem beruhigen (Schlafen), eher aktivieren (Spielen) oder beides klar voneinander trennen (z. B. Schlaf- und Kreativzone)?
Besonders interessant sind hierzu Erkenntnisse aus der Umweltpsychologie, die untersucht, wie Farb- und Lichtreize mit unserem Erleben und der körperlichen Aktivierung zusammenhängen.
Während aktives Blaulicht von Bildschirmen als Lichtquelle eher wachhalten kann, wird eine blaue Wand als reflektierte Farbe im Raum häufig anders wahrgenommen. Kühle Blau-Nuancen werden in Fachbeiträgen und Studien teils mit einer ruhigeren Wirkung und geringerer physiologischer Aktivierung in Verbindung gebracht – abhängig von Nuance, Helligkeit und Beleuchtung.
🔵 Blau gilt daher seit Generationen als Klassiker für Ruhe und Entspannung. Blautöne erinnern an weiten Himmel oder sanftes Meer und passen besonders gut in Schlafbereiche oder in Räume, die einen nach einem lebhaften Tag leichter zur Ruhe zu kommen lassen.
🟡 Gelb steht im Kinderzimmer eher für Optimismus und Lebendigkeit. Helle, freundliche Gelbtöne können eine angenehm aktive Grundstimmung fördern und eignen sich gut für Kreativbereiche oder den ersten eigenen Schreibtisch. Sehr kräftige Gelb- oder Goldtöne sollten Sie besser gezielt als Akzent einsetzen, damit der Raum nicht schnell unruhig wirkt.
🟢 Grün ist eine sehr gute Wahl, wenn Sie eine ausgeglichene, naturnahe Atmosphäre schaffen möchten. Sanfte Grüntöne werden häufig als regenerierend und angenehm für die Augen empfunden – ideal, wenn im Kinderzimmer sowohl gespielt als auch gelernt wird. In Kombination mit hellen Holzmöbeln entsteht eine ruhige, harmonische Umgebung, in der sich Kinder gut orientieren und geborgen fühlen können.
📌 FARBENEXPERTE24 TIPP
Nutzen Sie für die Ruhezone rund um das Bettchen eher kühle, matte Töne und setzen Sie lebhaftere Farben gezielt im Spielbereich ein. So wirkt der Raum automatisch strukturierter – und Spiel- und Erholungsbereich lassen sich im Alltag klarer voneinander abgrenzen. Ein Regal als Raumteiler kann hier zusätzlich hilfreich sein.

1.1 Farbwelten & Inspiration: Vom pinken bis salbeigrünen Kinderzimmer 🎨
Die Farbgestaltung im Kinderzimmer bietet heute erfreulich viele Möglichkeiten – weit über die klassischen Standards wie Hellblau oder Rosa hinaus.
Besonders beliebt ist aktuell Salbeigrün. Dieser ruhige Pastellton wirkt zeitlos und lässt sich sehr gut mit warmen Beige-Nuancen kombinieren. Solche harmonischen Naturtöne schaffen eine entspannte Basis, die über Jahre hinweg stimmig bleibt und sich unkompliziert an neue Einrichtungsphasen anpassen lässt.
Wenn Sie es etwas verspielter mögen, ohne dass der Raum dabei überladen wirkt, ist Altrosa eine häufig gewählte Option. Im Vergleich zu sehr kräftigem Pink wirkt dieser Ton deutlich zurückhaltender und sorgt als Wandfarbe im Mädchenzimmer für eine elegante, zugleich freundliche Atmosphäre.
Ein frisches, eher kühles Raumgefühl erzielen moderne Töne wie Mintgrün oder ein helles Grau im Kinderzimmer. Gerade in kleineren Räumen können diese hellen Nuancen den Raum optisch öffnen und insgesamt leichter und freundlicher wirken lassen.
Natürlich können Sie Farben auch gezielt kombinieren, um mehr Tiefe und Struktur zu erzeugen. Eine einzelne Akzentwand in kräftigem Türkis oder warmem Senfgelb setzt einen klaren Blickfang, während die übrigen Wände in einem ruhigen Creme oder einem hellen Weiß-Grau gehalten werden. Eine solche Wandgestaltung im Kinderzimmer mit Farbe wirkt lebendig, ohne unruhig zu werden, und verleiht dem Raum einen individuellen Charakter.
📌 Wichtig: Berücksichtigen Sie bei der Farbwahl immer, wie viel Tageslicht in den Raum fällt. Dunklere Töne wie ein tiefes Lila können in kleinen, eher dunklen Zimmern schnell schwer wirken – in großen, hellen Räumen hingegen schaffen sie oft eine besonders gemütliche Stimmung.


2. Materialkunde: Gesundheit im Fokus 🌿
In diesem Abschnitt erfahren Sie, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, damit die Spieloase angenehm bleibt und möglichst frei von störenden Ausdünstungen ist.
Wenn Sie mit dem Projekt starten, steht ein gesundes Zuhause für Ihre Familie an erster Stelle. Gerade Kinder verbringen viel Zeit im eigenen Zimmer – beim Spielen oft nah am Boden und in direktem Kontakt mit Möbeln. Umso wichtiger ist eine Materialwahl, die die Raumluft unterstützt.
Eine schadstofffreie Wandfarbe im Kinderzimmer ist heute kein Luxus, sondern eine sinnvolle Grundlage für verantwortungsbewusstes Renovieren. Gleichzeitig gilt: Eine Farbe passt erst dann wirklich, wenn sie nach dem Streichen nicht unnötig lange ausdünstet und das Raumklima angenehm stabil bleibt.
Achten Sie daher nicht nur auf Werbeaussagen, sondern auf klare Merkmale wie emissionsarm, lösemittelfrei bzw. VOC-arm (flüchtige organische Verbindungen) sowie eine möglichst geruchsneutrale Verarbeitung.
Gerade im Kinderzimmer lohnt sich ein kurzer Blick auf Inhaltsstoffe, die bei empfindlichen Personen häufiger eine Rolle spielen: Konservierungsmittel, Duftstoffe und stark filmbildende Zusätze können – je nach Kind (und auch bei Erwachsenen) – die Verträglichkeit beeinflussen. Wenn Ihr Kind zu empfindlicher Haut oder Reizreaktionen neigt (z. B. Asthma), ist eine besonders geruchsarme Farbe oft die beste Wahl, idealerweise eine Variante, die für Innenräume mit hohen Anforderungen an Emissionen entwickelt wurde.
Typische Kurzzeit-Effekte (Stunden bis Tage) bei höheren Belastungen sind:
- Bei empfindlichen Personen: Verschlechterung von Asthma-/Atemwegsbeschwerden
- Reizung von Augen, Nase, Rachen (Schleimhäute)
- Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit/Benommenheit
Unwohlsein, teils Übelkeit
Damit Sie im Alltag eine verlässliche Orientierung haben, hilft diese einfache Prüfung beim Kauf:
- Zertifikate prüfen: Blauer Engel, EU-Ecolabel (gute erste Einordnung).
- Technisches Merkblatt ansehen: Hinweise zu Emissionen/VOC, Verarbeitung, Trocknung, Ergiebigkeit.
- Einsatzbereich passt wirklich: Innenwandfarbe für Wohnräume (nicht „Allround“-Produkte ohne klare Deklaration).
- Geruch & Trocknung realistisch einplanen: Je weniger Geruch, desto angenehmer – trotzdem braucht jeder Anstrich Zeit zum vollständigen Durchtrocknen.
Nach dem Streichen entscheidet dann die Praxis über die Raumluft: Lüften Sie konsequent, idealerweise mehrmals täglich mit kurzen, kräftigen Stoßlüftungen.
Behalten Sie außerdem das Raumklima im Blick (weder zu feucht noch zu trocken), denn das unterstützt nicht nur das Wohlbefinden, sondern reduziert auch das Risiko, dass sich Gerüche oder Feuchte länger halten als nötig.
💡 In der Umweltpsychologie wird zudem betont, dass ein gesundes Raumklima die Konzentrationsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden massiv fördert.
Bei werdenden Eltern taucht häufig noch eine weitere Frage auf: Dürfen Sie in der Schwangerschaft überhaupt selbst streichen?
Wenn Sie in dieser Zeit renovieren, ist es besonders sinnvoll, konsequent auf lösemittelhaltige Produkte zu verzichten und stattdessen lösemittelfreie bzw. emissionsarme Alternativen zu wählen.
Achten Sie zusätzlich während der Verarbeitung in der Kinderstube auf eine sehr gute Querlüftung (aber kein Durchzug), damit Gerüche und mögliche Ausdünstungen zügig abziehen und das Raumklima schnell wieder angenehm ist.
2.1 Welche Kinderzimmerfarbe ist die richtige? 🎨
Mit der passenden Farbart schaffen Sie nicht nur eine schöne Optik, sondern auch ein angenehmes Raumgefühl und Raumklima, in dem sich die ganze Familie wohlfühlt.
Als einfache Orientierung gilt: Achten Sie auf Inhaltsstoffe, Emissionswerte (VOC) und – wenn vorhanden – auf verlässliche Umweltzeichen wie Blauer Engel oder EU-Ecolabel („Euroblume“)
Hier ein kurzer Blick auf die wichtigsten Unterschiede:
- Dispersionsfarben: Bewährter Standard für Innenwände. Für eine gute Verträglichkeit wählen Sie Varianten, die emissionsarm/VOC-arm und möglichst konservierungsmittelfrei gekennzeichnet sind (klassische Produkte enthalten teils Konservierungsmittel, die empfindliche Personen reizen können).
- Lehmfarbe: Ökologische Alternative, sehr diffusionsoffen. Sie kann Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben – das unterstützt ein ausgeglichenes Raumklima..
- Kalkfarbe: Mineralischer Anstrich mit natürlicher Alkalität. Das kann das Schimmelwachstum auf der Oberfläche erschweren und ist interessant, wenn Sie ein besonders hygienisches Umfeld möchten.
- Kreidefarbe: Für einen sehr matten, samtigen Look mit optischer Tiefe und weicher Anmutung; viele Produkte sind wasserbasiert und geruchsarm (je nach Produkt).
Welche ist nun die richtige Wahl?
Für die meisten Kinderzimmer ist eine emissionsarme, VOC-arme Dispersionsfarbe (idealerweise mit Blauer Engel oder EU-Ecolabel) die beste Wahl.
Sie ist unkompliziert zu verarbeiten, deckt zuverlässig und ist im Alltag leicht sauber zu halten – leichte Gebrauchsspuren wie Fingerabdrücke lassen sich bei passenden Produkten meist gut abwischen. Idealerweise wählen Sie dafür eine Farbe mit hoher Scheuerbeständigkeit (Nassabriebklasse 1 oder 2). Gleichzeitig bietet sie bei der richtigen Produktwahl eine sehr gute Balance aus Raumluft, Haltbarkeit und Optik.
Zweitbeste Wahl (je nach Priorität oft sogar gleichauf):
Wenn Ihnen ein besonders natürliches Raumklima wichtig ist, ist Lehmfarbe eine gute Alternative. Sie unterstützt die Feuchteregulation und sorgt für ein angenehm ausgeglichenes Raumgefühl – ideal vor allem in Räumen, in denen Sie Wert auf eine natürliche Materialbasis legen.
🚩 Wichtig für die Praxis: Lehmfarbe ist meist weniger abrieb- und wischfest als Dispersionsfarbe. Setzen Sie sie daher am besten in ruhigeren Wandbereichen ein und wählen Sie für stark beanspruchte Zonen (Griffhöhe/Spielecke) eine robustere Beschichtung.
Lesen Sie in unserem Ratgeber mehr über ➔ umweltschonende Farben und Lacke – inklusive der wichtigsten Unterschiede, ihrer Eigenschaften wie Vor- und Nachteile und die typischen Einsatzgebiete.
2.2 Kindermöbel verschönern 🪑
Oft sollen nicht nur die Wände, sondern auch Möbel wie Bettchen, Spielzeugtisch oder Regal einen frischen Anstrich bekommen.
Hier lohnt sich eine klare Trennung: Wandfarbe ist für große Flächen gedacht – Möbellacke bzw. Möbel-Farben sind darauf ausgelegt, stoß-, kratz- und abriebfest zu sein.
Mit der richtigen Farbe für Kindermöbel erreichen Sie dabei zwei Ziele gleichzeitig: eine schöne Optik und eine Oberfläche, die im Kinderalltag zuverlässig geeignet ist – denn gerade noch jüngere Kinder kommen Möbeln sehr nah, mit den Händen und manchmal auch mit dem Mund.
Achten Sie deshalb auf Produkte, die als speichel- und schweißecht ausgewiesen sind und für den Einsatz im Kinderbereich geprüft wurden.
Als Orientierung helfen Normhinweise wie DIN EN 71-3 (Migration bestimmter Stoffe) und – wenn genannt – DIN 53160 (Speichel- und Schweißbeständigkeit). Damit stellen Sie sicher, dass beim täglichen Gebrauch keine kritischen Stoffe in relevanten Mengen gelöst werden.
Wenn Sie Möbel streichen, hilft die Unterscheidung zwischen 1K-Lack (einkomponentig) und 2K-Lack (zweikomponentig) bei der Auswahl. Entscheidend ist unabhängig davon, dass der Lack für Kindermöbel bzw. Kinderspielzeug geeignet ist und entsprechende Prüfungen im technischen Merkblatt ausweist (z. B. DIN EN 71-3, ggf. DIN 53160 für speichel- und schweißecht).
- 🔹 1K-Lack (einkomponentig):
Für normale Anwendungen im Haushalt ist ein hochwertiger 1K-Lack meist völlig ausreichend. Er ist leichter zu verarbeiten und liefert bereits robuste Oberflächen – zum Beispiel für Regale, Kommoden oder Spielzeugkisten. - 🔹 2K-Lack (zweikomponentig):
Ein 2K-Lack kann sinnvoll sein, wenn die Fläche wirklich stark beansprucht wird oder regelmäßig mit Feuchtigkeit und Reinigern in Kontakt kommt – zum Beispiel bei Tischplatten (Bastel-/Esstisch), Sitzbänken oder stark genutzten Stuhlflächen. Hier profitieren Sie von einer besonders hohen chemischen und mechanischen Belastbarkeit. Achten Sie auch hier darauf, eine geprüfte und möglichst emissionsarme Variante zu wählen (z. B. 2K-Wasserlack), wenn das Möbelstück im Kinderbereich genutzt wird.
📌 Farbenexperte24-Tipp:
Bei Kinderbetten, besonders am oberen Gitterrand, ist die Produktauswahl entscheidend – hier kommt es schnell zu Mundkontakt. Verwenden Sie deshalb ausschließlich Lacke, die für Kindermöbel/Spielzeug freigegeben sind und entsprechende Prüfungen im Merkblatt ausweisen (z. B. DIN EN 71-3, ggf. DIN 53160). Für zusätzlichen Schutz im Alltag können Sie am oberen Rand eine Silikon-Knabberschutzleiste anbringen: Sie schützt Ihr Kind beim Knabbern und bewahrt gleichzeitig die Kante und den Lack vor schneller Abnutzung.

3. Kreative Wand-Ideen mit Farbe: Akzentwand, Regenbogen oder zweigeteilt 🎨
Ein harmonisches Zuhause bietet Raum für Träume und Entdeckungen – gerade im Kinderzimmer. Wenn Sie nach frischen Ideen zum Streichen für Ihr Kinderzimmer suchen, geht es heute um weit mehr als nur einen klassischen, flächigen Anstrich.
Mit einer durchdachten Wandgestaltung mit Farbe strukturieren Sie den Raum, schaffen klare Bereiche (z. B. Spielen und Schlafen) und geben Ihrem Kind eine Umgebung, die Geborgenheit ausstrahlt und die Fantasie anregt. Mit etwas Planung und Mut zum Design wird aus der Spieloase ein Ort, der richtig stimmig wirkt und lange Freude macht.
Kinderzimmer-Wandideen – Akzentwand 🎯
Oft genügt es, eine Wand gezielt hervorzuheben, um den Raum komplett anders wirken zu lassen. Eine Akzentwand lenkt den Blick, schafft Ordnung im Raum und hilft dabei, Bereiche optisch zu trennen – etwa den Schlafbereich vom Spielbereich.
Farben, die Ruhe ausstrahlen, zum Beispiel sanftes Salbeigrün oder ein tiefes, aber warmes Blau eignen sich besonders gut.
Eine etwas dunklere Rückwand hinter dem Bett kann zusätzlich ein Gefühl von Schutz vermitteln, ähnlich einer schützenden Höhle.
Damit der Raum dabei offen und freundlich bleibt, wirken die übrigen Wände in hellen, neutralen Tönen besonders harmonisch.

Farbpalette: Farbideen für Akzentwände
Der Klassiker: Regenbogen-Wand im Kinderzimmer 🌈
Ein echtes Highlight ist für viele Familien die Regenbogen-Wand im Kinderzimmer. Sie steht für Freude und Vielfalt und funktioniert besonders schön mit Pastelltönen. Modern wirkt der Regenbogen auch in erdigeren Nuancen wie Terracotta, Senfgelb und Altrosa.
💡 Für saubere Bögen brauchen Sie nur Bleistift, Schnur und Nagel: Nagel als Mittelpunkt setzen, Schnur befestigen und die Bögen wie mit einem Zirkel vorzeichnen. Beim Ausmalen sorgen gute Pinsel für glatte Rundungen und gleichmäßige Kanten.

Farbpalette: Farbideen für Regenbogen-Wände
Moderne Zweiteilung: Wand oben/unten teilen 📏
Sehr beliebt und gleichzeitig praktisch ist die Technik „Wand teilen“: Die Wand wird waagerecht in zwei Farbflächen aufgeteilt – also unten ein Farbton, oben ein anderer. Häufig ist das untere Drittel etwas dunkler oder kräftiger, oben bleibt es heller. Das gibt dem Raum optisch Stabilität und lässt die Decke höher wirken.
🧼 Praktischer Vorteil: Unten entstehen im Alltag schneller Spuren durch Hände oder Spielzeug. Wenn Sie den unteren Bereich mit einer gut abwischbaren Wandfarbe streichen (ideal: Nassabriebklasse 1 oder 2), bleibt die Wand länger gepflegt. Für einen modernen Look können Sie die Trennlinie auch als Zickzack oder Berglandschaft gestalten.

Farbpalette: Farbideen für Namensfarbe und Wand
Individuelle Details: Name an die Wand ✍️
Eine besonders persönliche Note entsteht, wenn Sie den Namen Ihres Kindes integrieren – dezent mit Schablonen oder als größere, gut sichtbare Schrift über dem Bett oder der Spielecke. Das stärkt die Identifikation mit dem eigenen Raum und macht das Zimmer unverwechselbar.
Besonders harmonisch wirkt es, wenn Sie die Farben der Wand an anderer Stelle im Zimmer noch einmal nutzen, zum Beispiel bei Kissen, Vorhängen oder Körben, um im Raum ein ruhiges, stimmiges Gesamtbild zu schaffen.

Farbpalette: Farbideen für Namensfarbe und Wand

4. Vom Babyzimmer zum Jugendzimmer: Farbe für jede Lebensphase
Ein Kinderzimmer wächst bekanntlich mit seinen Bewohnern. Mit der Zeit verändern sich Bedürfnisse und Geschmack – und was früher „genau richtig“ war, fühlt sich irgendwann nicht mehr stimmig an.
Während Neugeborene vor allem eine reizärmere Umgebung brauchen, wünschen sich Schulkinder mehr Anregung und Teenager einen Rückzugsort, der ihre Persönlichkeit widerspiegelt. Mit einer passenden Wandgestaltung im Kinderzimmer mit Farbe lassen sich diese Phasen gut begleiten – ohne dass jedes Jahr alles neu gestrichen werden muss.
Die ersten Jahre: Geborgenheit beim Babyzimmer 🍼
In den ersten Monaten zählt vor allem eine ruhige, harmonische Basis. Wenn Sie das Babyzimmer streichen, wirken sanfte Naturtöne wie Beige, Greige oder ein weiches Weiß-Grau meist besonders ausgeglichen. Sie sind zeitlos, lassen sich leicht kombinieren und halten den Raum optisch ruhig – auch dann, wenn später Spielzeug und Möbel „bunter“ werden.

Achten Sie unabhängig vom Farbton konsequent auf emissionsarme Produkte und eine gute Lüftung nach dem Streichen, damit das Raumklima für Ihr Baby angenehm bleibt. Eine Anstauung an VOC´s über Nacht wäre nicht ideal.
Gerade in den ersten 24–72 Stunden sollten Sie regelmäßig stoßlüften und das Zimmer erst dann dauerhaft geschlossen nutzen, wenn die Farbe vollständig durchgetrocknet ist. Nutzen Sie das Zimmer erst dann, wenn kein Geruch mehr wahrnehmbar ist.
Die Spiel- und Lernphase: Struktur und Inspiration in der Kinderstube 🧸
Sobald Ihr Kind aktiver wird, darf das Zimmer mehr „Energie“ bekommen – am besten strukturiert statt wild gemischt. Farbkonzepte für diese Phase funktionieren besonders gut, wenn Sie mit Funktionszonen arbeiten: eine ruhige Ecke fürs Schlafen, ein klar definierter Bereich fürs Spielen, und später ein Platz fürs Lernen.
Für die Spielecke wirken viele Grünnuancen (z. B. ein sanftes Salbeigrün) angenehm ausgleichend, ohne den Raum „schwer“ zu machen. Für den Schreibtischbereich sind helle, freundliche Akzente möglich – eine bewährte Kombination ist ein warmes Cremeweiß als ruhige Basis, ergänzt durch ein Pastellgelb in kleinen Anteilen (z. B. als Farbband oder als farblich abgesetzte Fläche hinter Regal oder Schreibtisch).
Wichtiger als „matt oder glänzend“ ist im Kinderzimmer meistens der Farbton. Wenn Sie sich eine ruhige Wirkung wünschen, greifen Sie zu sanften, nicht zu knalligen Farben. Das sind Töne, die nicht „schreien“, sondern etwas gedämpfter wirken – zum Beispiel Salbeigrün statt knalligem Grün oder ein weiches Gelb statt kräftigem Sonnengelb. So bleibt der Raum freundlich, aber nicht hektisch.
Der Glanzgrad ist eher ein Detail, kann den Eindruck aber mit beeinflussen: Matte Farben wirken oft ruhiger und verzeihen kleine Unebenheiten an der Wand. Sehr glänzende Farben spiegeln stärker und lassen Wände schneller unruhig wirken, weil man Kanten und kleine Wellen eher sieht.
Für die Spiel- und Lernphase eignen sich zum Beispiel:
- Salbeigrün oder andere ruhige Grüntöne für eine entspannte, natürliche Grundlage
- Gelb als freundlicher Akzent in Arbeits- oder Kreativbereichen (am besten eher hell und nicht zu grell)

Beispiele für eine farblich abgesetzte Fläche:
- Ein breites Rechteck als ruhiger Hintergrund für den Schreibtisch
- Eine halbhohe Farbfläche (bis ca. 120–140 cm) als optischer „Sockel“ im Spielbereich
- Ein weicher Bogen hinter dem Bett als klarer, aber nicht aufdringlicher Blickfang
📌 Farbenexperte24-Tipp:
Damit es modern wirkt, ohne unruhig zu werden, hilft eine einfache Gestaltungsregel: maximal drei Farben – eine Hauptfarbe, eine zweite Farbe und ein kleiner Akzent. So bleibt der Raum klar, und Ihr Kind findet sich leichter zurecht.
Das Refugium für Teenager: Stilwechsel beim Jugendzimmer🎧
Mit dem Teenageralter verändert sich der Anspruch deutlich: Aus dem Spielzimmer wird nach und nach ein privater Raum zum Zurückziehen. Viele Jugendliche mögen Farben, die „erwachsener“ wirken – zum Beispiel Grau, dunkles Blau oder auch ein gedämpftes Lila oder einfach nur Weiß.
Eine Akzentwand kann hier den Raum modern auflockern, während der Gesamteindruck dezent bleibt.
Wenn Sie das Jugendzimmer streichen wollen, lohnt es sich, Teenager aktiv einzubeziehen. Das sorgt nicht nur für mehr Akzeptanz, sondern schafft einen Ort, an dem sie sich wirklich wohlfühlen und gerne zurückziehen, weil sie ihre Wünsche mit einbringen konnten.
Praktisch ist eine neutrale Basis (z. B. Weiß-Grau): Sie wirkt zeitlos, lässt den Raum nicht „voll“ wirken und passt zuverlässig zu wechselnder Deko, Postern und Möbeln, die sich über die Jahre oft verändern.
📌 Farbenexperte24-Tipp:
Gerade im Jugendzimmer entstehen im unteren Wandbereich schnell Spuren (durch Rucksäcke, Stuhlkontakt, Posterwechsel). Wenn Sie dort eine besonders scheuerbeständige Wandfarbe einsetzen (z. B. Nassabriebklasse 1-2 oder spezielle Latex-/Keramikfarben), lassen sich leichte Gebrauchsspuren später deutlich einfacher feucht abwischen – ohne dass Sie direkt neu streichen müssen.

5. 🧰Werkzeugkoffer-Checkliste
Damit das Streichen der Kinderstube nicht nur gut klappt, sondern am Ende auch sauber und professionell wirkt, zahlt sich eine gute Vorbereitung aus.
Mit dem passenden Werkzeug starten Sie strukturiert, arbeiten entspannter und vermeiden unnötige Unterbrechungen. Ein kurzer Blick auf die folgende Checkliste hilft Ihnen, den Arbeitsplatz sinnvoll einzurichten, im Flow zu bleiben und schneller zu einem gleichmäßigen, sauberen Ergebnis zu kommen.
Danach gehen wir Schritt für Schritt durch, wie Sie die Wandgestaltung im Kinderzimmer mit Farbe sicher und sauber umsetzen.
🛡️ Vorbereitung & Schutz
- Abdeckfolie oder Malervlies (Vlies: rutschhemmend, saugfähig)
- Malerkrepp/Abklebeband (z. B. Lichtschalter, Kanten)
- Maler-Mehrwegkleidung/Arbeitskleidung
- Einmalhandschuhe (für sauberes Arbeiten)
- Schutzbrille + ggf. FFP2-Maske (v. a. beim Schleifen)
- Ersatztücher/Küchenrolle (zum Spritzer abwischen)
🧼 Reinigung & Untergrundbehandlung
- Eimer + Schwamm/Lappen
- Besen/Staubwedel oder Staubsauger mit Bürstenaufsatz (staubfrei arbeiten)
- Spachtelmasse + Japanspachtel (Löcher/Risse ausgleichen)
- Schleifpapier/Schleifklotz (Spachtelstellen glätten)
- Tiefgrund oder Haftgrund (bei stark saugend/kreidend bzw. glatten Untergründen)
- Optional: Sperrgrund/Isoliergrund (bei Flecken, Nikotin, Wasserrändern)
- Optional: Acryl + Kartuschenpresse (bei feinen Anschlussfugen/Rissen)
🔄 Verarbeitung & Farbe
- Teleskopstange (Decke/hoch, rückenfreundlich)
- Rührstab oder Rührquirl (Bohrmaschine) (Farbe verrühren/homogen)
- Leiter/Tritt (sicher an Decke/obere Kanten)
- Grundierung (falls Untergrund stark saugt/kreidet oder Flecken durchschlagen)
🖌️ Anstrichwerkzeuge
- richtige Farbwalze (z.b. groß und kurzflorig; siehe unten)
- Heizkörperpinsel oder kleiner Eckenroller (für Ecken/Kanten)
- Kleiner Flachpinsel (sauberes „Schneiden“ an Kanten)
- Abstreifgitter oder Farbwanne (gleichmäßiger Auftrag, weniger Spritzer)
- Teleskopstange (für Decke/hohe Wände)
Rolle & Pinsel richtig wählen
Mit der passenden Walze und einem geeigneten Pinsel arbeiten Sie schneller, sauberer und erzielen ein gleichmäßigeres Oberflächenbild. Entscheidend sind vor allem Florhöhe (Walze) und Einsatzbereich (Pinsel/Roller).
🔹 Kanten & Ecken: Flachpinsel, Heizkörperpinsel oder Eckenroller → für Ecken, schmale Streifen, Ausbesserungen und Übergänge (Türzarge, Fensterrahmen, Steckdosen-/Schalterbereiche)
🔹 Glatte bis leicht strukturierte Wände: kurzflorige Walze – kurzer Flor (ca. 8–12 mm) → feineres Oberflächenbild, weniger Spritzneigung
🔹 Raufaser / stärker strukturierte Wände: mittelflorige bis langflorige Walze (ca. 14–18 mm+) → kommt besser in Vertiefungen, hinterlässt aber eigene Rollen-Textur (bei Rauhfaser kaum auffallend) und spritzt eher.
📌 Farbenexperte24-Tipp
Arbeiten Sie die Ränder zuerst ca. 5–10 cm breit mit dem Pinsel vor („cut in“) und rollen Sie anschließend direkt „nass in nass“ bis an die Kante heran. So vermeiden Sie sichtbare Ansätze und Pinselspuren.

6. Schritt-für-Schritt-Guide: Kinderzimmer richtig streichen
Ein frischer Anstrich im Kinderzimmer ist ein dankbares DIY-Projekt: Mit guter Vorbereitung und einer klaren Reihenfolge erzielen Sie eine gleichmäßige, streifenfreie Oberfläche – und der Raum wirkt sofort heller, ruhiger und gepflegter. Die folgenden Schritte zeigen Ihnen, wie Sie beim Kinderzimmer streichen effizient vorgehen und typische Ansatzstellen zuverlässig vermeiden.
1. Vorbereitung: Platz schaffen, abdecken und abkleben
Bevor Sie die erste Dose öffnen, schaffen Sie freie Arbeitsflächen. Räumen Sie bewegliche Möbel möglichst aus dem Raum oder stellen Sie sie mittig zusammen. Decken Sie Boden und verbleibende Gegenstände sorgfältig mit Abdeckvlies oder Folie ab.
Für saubere Kanten ist exaktes Abkleben entscheidend: Verwenden Sie hochwertiges Malerkrepp (z. B. „Goldband“). Besonders gut für Sockelleisten, Türzargen und rund um Schalter/Steckdosen (Strom ggf. vorher aus stellten und Abdeckungen abnehmen).
Achten Sie darauf, dass der Untergrund staubfrei und trocken ist, damit das Band sicher haftet. Bringen Sie das Kreppband gerade und faltenfrei an und drücken Sie besonders die Kante sauber an – so minimieren Sie das Risiko von Unterläufern und bekommen in der Regel eine schöne saubere Farbkante.
2. Untergrund prüfen: Damit die Farbe wirklich hält
Ein tragfähiger, sauberer Untergrund ist die Basis für Haltbarkeit und ein gleichmäßiges Ergebnis.
- Kreidetest: Wischen Sie mit der flachen Hand über die Wand. Bleibt ein weißer, pudriger Schleier zurück, ist der Untergrund kreidend. Dann reicht „nur drüberstreichen“ oft nicht: Reinigen Sie die Fläche möglichst ohne Staub aufzuwirbeln (z. B. leicht feucht abwischen) und stabilisieren Sie sie anschließend mit Tiefgrund bzw. einer geeigneten Grundierung.
- Saugfähigkeitstest: Feuchten Sie die Wand punktuell mit einem Schwamm an. Zieht das Wasser sehr schnell und ungleichmäßig ein, ist eine Grundierung (Tiefgrund) sinnvoll, damit die Wand der Farbe nicht zu schnell Feuchtigkeit entzieht. Tragen Sie die Grundierung vor dem eigentlichen Anstrich gleichmäßig nach Herstellerangabe auf (nicht zu viel und ohne Pfützenbildung). So vermeiden Sie Flecken, matte Stellen und sichtbare Übergänge.
- Lassen Sie gereinigte oder grundierte Flächen in beiden Fällen vollständig trocknen, bevor Sie weiterarbeiten.
3. Ecken und Kanten: Der präzise Rahmen
Beginnen Sie mit den Randbereichen: Streichen Sie Ecken, Kanten, Anschlüsse und die Bereiche um Steckdosen/Schalter mit einem Heizkörperpinsel, Flachpinsel oder einen kleinen Rolle vor.
🚩 Wichtig ist das Timing: Arbeiten Sie abschnittsweise (z. B. 1–1,5 m Wandbreite) und streichen Sie nur so viel Rand vor, wie Sie anschließend innerhalb von 15–20 Minuten auch mit der großen Rolle bearbeiten können. Rollen Sie nach dem Vorstreichen der Kanten und Ecken sofort die angrenzende Fläche bis an die noch frische Kante heran („nass in nass“).
So vermeiden Sie Ansätze, die entstehen würden, wenn der vorgestrichene Rand bereits angetrocknet wäre, bevor die Rolle anschließt. Das ist einer der wichtigsten Faktoren für ein streifenfreies Gesamtbild.
➡️ Für die großen Wandflächen nehmen Sie Farbe mit der Rolle gleichmäßig auf und streifen Sie sie am Abstreifgitter ab: Die Rolle soll gut gesättigt sein, aber nicht tropfen.
➡️ Arbeiten Sie bahnweise und zügig, damit keine trockenen Kanten entstehen. Halten Sie dabei stets eine „nasse Kante“ und setzen Sie die nächste Bahn immer an, solange die vorherige noch feucht ist.
➡️ Das „W-“ oder „M“-Muster hilft, die Farbe zuerst gleichmäßig auf der Wand zu verteilen, ohne sofort eine feste „Kante“ zu erzeugen. Setzen Sie die Rolle oben an und rollen Sie die Farbe in einem großen W oder M über einen Wandabschnitt (ca. 1–1,5 m Breite). Danach rollen Sie denselben Bereich ohne viel neuen Farbnachschub ruhig und gleichmäßig nach – meist von oben nach unten – bis die Fläche überall gleichmäßig deckt. So wird die Farbschicht überall ähnlich dick und es entstehen weniger Streifen oder Ansätze.
➡️ Wenn ein zweiter Anstrich nötig ist: erst nach vollständiger Trocknung gemäß Herstellerangaben.
4. Abschluss: Kanten sauber lösen und gut lüften
Entfernen Sie das Klebeband idealerweise, solange die Farbe noch leicht feucht ist – dann werden die Kanten besonders sauber. Ist die Farbe bereits durchgetrocknet, lösen Sie das Band ganz langsam und flach im Winkel. Bei Bedarf können Sie die Kante vorher vorsichtig mit einem Cutter anritzen, um Abplatzungen zu vermeiden.
Lüften Sie anschließend gut (mehrmals Stoßlüften). Auch bei emissionsarmen Wandfarben unterstützt frische Luft den Trocknungsprozess und sorgt dafür, dass das Kinderzimmer schneller wieder angenehm nutzbar ist.
7. Typische Stolperstellen gelöst: So gelingt das Projekt
Gerade im Kinderzimmer lohnt es sich, sauber und planvoll vorzugehen: Die Wände sollen schön aussehen, gut halten und alltagstauglich sein. Mit den folgenden Punkten vermeiden Sie die häufigsten Fehler – und sparen sich im Nachgang unnötige Korrekturen.
❌ Fehler 1: „Wird schon halten“ – Untergrund nicht prüfen
✅ Besser: Machen Sie vor dem Streichen einen kurzen Check: Ist die Wand staubig, kreidend oder fleckig (z. B. durch alte Tapeten, Nikotin, Wasserflecken)? Dann hält neue Farbe oft schlechter oder schlägt später durch. Wischen Sie die Fläche ab, lassen Sie sie trocknen und grundieren Sie bei Bedarf (z. B. bei stark saugenden oder problematischen Untergründen).
❌ Fehler 2: Löcher und Kanten bleiben schon „unsichtbar“
✅ Besser: Im Kinderzimmer sieht man jede kleine Delle schnell – vor allem bei Licht von der Seite. Spachteln Sie Dübellöcher und kleine Risse sauber zu, schleifen Sie nach dem Trocknen glatt und entstauben Sie die Stelle. So wird die Wand wirklich gleichmäßig und wirkt am Ende deutlich hochwertiger.
❌ Fehler 3: Zu wenig Schutz für Boden, Möbel und Steckdosen
✅ Besser: Decken Sie den Boden großzügig ab (nicht nur direkt an der Wand) und rücken Sie Möbel in die Raummitte. Steckdosen- und Schalterabdeckungen kurz abnehmen (Sicherung aus), dann lässt sich sauberer streichen als „drumherum“. Kanten sauber abkleben spart später viel Zeit.
❌ Fehler 4: Farbe wird nur nach Optik gewählt – Alltagstauglichkeit vergessen
✅ Besser: Im Kinderzimmer sind Wände oft stärker belastet (Hände, Spielzeug, kleine Rempler). Achten Sie deshalb nicht nur auf den Ton, sondern auch darauf, dass die Farbe robust und gut zu reinigen ist (ohne stark zu glänzen). Emissionsarme Innenfarben sind hier besonders sinnvoll – und matte bis seidenglänzende Varianten wirken meist am ruhigsten.
❌ Fehler 5: Erst rollen, dann „irgendwie“ die Kanten nachziehen
✅ Besser: Arbeiten Sie strukturiert: Erst Ecken/Kanten vorstreichen, dann sofort die Fläche rollen – nass in nass. So verbinden sich die Bereiche gleichmäßig und Sie vermeiden sichtbare Ansätze. Streichen Sie nur so viel Rand vor, wie Sie direkt danach auch großflächig rollen können.
❌ Fehler 6: Zu viel Farbe oder zu viel Druck – Ergebnis wird streifig
✅ Besser: Nehmen Sie die Farbe gleichmäßig auf, streifen Sie die Rolle am Abstreifgitter ab und arbeiten Sie in ruhigen Bahnen. Zum Schluss nur leicht „ausrollen“, ohne Druck. Wenn die Farbe bereits anzieht, nicht mehr hektisch nachrollen – das macht die Fläche oft unruhiger statt besser.
❌ Fehler 7: Trocknung unterschätzt – Zimmer zu früh wieder voll nutzen
✅ Besser: „Trocken“ ist nicht gleich „belastbar“. Planen Sie nach dem letzten Anstrich genug Zeit ein, bevor Möbel wieder eng an die Wand kommen oder die Fläche gereinigt wird. Gerade im Kinderzimmer ist es sinnvoll, die Wand erst dann voll zu beanspruchen, wenn sie wirklich stabil ist (Herstellerangaben beachten).
📌 Farbenexperte24-Tipp
Holen Sie sich den Wunschton zuerst als Farbkarten (oder kleine Musterkarten) und betrachten Sie ihn direkt im Kinderzimmer – einmal bei Tageslicht und einmal abends. Kleben Sie die Karte mit Tesafilm an verschiedene Wandbereiche und neben Möbel, Boden und Textilien. So sehen Sie schnell, wie der Ton im Raum wirkt, ohne gleich eine Testfläche streichen zu müssen. Gerade bei dunkleren Farben sparen Sie sich damit unnötige Arbeit, falls Sie später doch lieber eine hellere Nuance wählen.
8. 📝 Fazit: Das Wichtigste auf einen Blick
Wenn Sie ein Kinderzimmer streichen, geht es am Ende um drei Dinge: eine stimmige Atmosphäre, einen Anstrich, der den Alltag mitmacht, und ein Vorgehen, das ohne Stress zum sauberen Ergebnis führt. Wenn Sie die Kerngedanken aus den Kapiteln 1–7 beachten, sind Sie auf der sicheren Seite:
1. Grundidee und Zielbild (Kapitel 1)
➡️ Starten Sie nicht bei „Welche Farbe ist schön?“, sondern bei „Welche Stimmung soll der Raum haben?“ (Ruhe, Struktur, Kreativität).
➡️ Denken Sie in Flächen und Zonen: Wandfarbe ist vor allem ein Werkzeug, um den Raum klar und angenehm wirken zu lassen.
2. Farben richtig einordnen und auswählen (Kapitel 2)
➡️ Orientieren Sie sich an ruhigen, harmonischen Tönen und setzen Sie kräftigere Farben lieber gezielt als Akzent ein.
➡️ Entscheiden Sie nicht „blind“: Prüfen Sie Farbtöne im Raumkontext (Licht, Möbel, Boden) – am besten mit Farbkarten statt mit Testanstrichen.
3. Mitwachsende Gestaltung nach Alter (Kapitel 3)
➡️ Für Babys wirken meist ruhige, helle Naturtöne am stimmigsten; später helfen klare Funktionsbereiche (Schlafen/Spielen/Lernen), damit der Raum nicht „unruhig“ wird.
➡️ Planen Sie so, dass Sie nicht jedes Jahr alles neu machen müssen: Neutrale Basis + wechselbare Akzente funktioniert langfristig am besten.
4. Vorbereitung entscheidet über das Ergebnis (Kapitel 4)
➡️ Prüfen und verbessern Sie den Untergrund (sauber, trocken, tragfähig): kleine Reparaturen und saubere Kanten bringen optisch den größten Sprung.
➡️ Schützen Sie Boden, Möbel und Anschlüsse konsequent – das spart Zeit, Nerven und Nacharbeit.
5. Werkzeugkoffer (Kapitel 5)
➡️ Nutzen Sie die Werkzeugkoffer-Checkliste als Startpunkt, damit während des Streichens nichts fehlt.
➡️ Legen Sie sich vorab einen klaren Ablauf zurecht (Zur Checkliste hier klicken), dann arbeiten Sie deutlich entspannter.
6. Saubere Technik beim Streichen (Kapitel 6)
➡️ Arbeiten Sie strukturiert: erst Kanten/Ecken, dann die Fläche nass-in-nass – so vermeiden Sie Ansätze und Flecken.
➡️ Lieber gleichmäßig und in Ruhe als hektisch „nachbessern“: Ein ruhiger Auftrag wirkt am Ende am professionellsten.
7. Typische Stolperstellen vermeiden (Kapitel 7)
➡️ Die häufigsten Probleme entstehen durch Zeitdruck: zu früh überarbeiten, zu dick auftragen oder die Trocknung unterschätzen.
➡️ Halten Sie Trocknungs- und Nutzungszeiten ein – „trocken“ ist nicht automatisch „voll belastbar“, gerade im Kinderzimmer.

Wenn Sie diese Punkte als Leitfaden nehmen, wird aus „einfach nur streichen“ ein durchdachtes Projekt: Sie wählen Farben, die zum Alltag passen, bereiten den Raum sauber vor und setzen den Anstrich so um, dass er wirklich gleichmäßig und langlebig wirkt.
Wenn Sie noch unsicher sind, welche Farbe oder Grundierung zu Ihrem Untergrund passt, helfen wir Ihnen gern weiter. Unsere Fachberater unterstützen Sie bei der Auswahl der passenden Produkte und geben Ihnen praktische Tipps, damit Ihr Kinderzimmer-Projekt sauber gelingt und lange schön bleibt.
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