Küche streichen: Schränke, Fliesen & Wände renovieren
Einleitung

Die Küche ist mehr als ein Ort zum Kochen. Sie ist Treffpunkt, Familienraum und oft das Herzstück des Zuhauses.
Mit den Jahren können Küchenschränke durch Fett, Wasserdampf und tägliche Nutzung ihren Glanz verlieren. Auch alte Fliesen passen irgendwann nicht mehr zum eigenen Stil.
Eine neue Küche muss dann nicht immer sein. Wenn die Oberflächen noch tragfähig sind, können Sie Ihre Küche streichen und dem Raum mit neuer Farbe wieder ein frisches, gepflegtes Aussehen geben.
Inhaltsverzeichnis
- Planung & Materialwahl: Die richtige Farbe zum Küche streichen
1.1. Farbideen für Küchenfronten und Küchenwände - 🧰 Werkzeugkoffer-Checkliste: Alles für das Projekt Küche streichen
- Küchenschränke überstreichen: ohne Abschleifen
- Alte Küchenfliesen streichen statt erneuern
- Die richtige Farbe für Küchenwände finden
- Fehler beim Küche Lackieren vermeiden
- 📝 Kurz und Knapp: Das Wichtigste auf einen Blick

1. Planung & Materialwahl: Die richtige Farbe zum Küche streichen
Bevor Sie Ihre Küche streichen, sollten Sie zuerst überlegen, welche Flächen gestrichen werden sollen: Wände, Fliesen oder Küchenfronten. Denn jede Fläche wird anders belastet und braucht ein passendes Produkt.
Außerdem müssen in der Küche müssen Farben und Lacke mehr aushalten als in normalen Wohnräumen. Fett, Feuchtigkeit, Wasserdampf und Reinigungsmittel können die Oberfläche schnell beanspruchen.
Für Küchenwände eignen sich robuste, gut reinigungsfähige Wandfarben. In stark belasteten Spritzbereichen, etwa am Herd oder am Spülbecken, ist eine feste Küchenrückwand oder ein Rückwandpaneel jedoch meist die beste Lösung. Sie schützt die Wand deutlich besser als ein reiner Farbanstrich.
Bei Küchenfronten ist vor allem die Haftung wichtig. Wenn die Oberfläche nicht komplett abgeschliffen, sondern nur angeraut wird, sollten Sie je nach Untergrund einen passenden 2-in-1-Lack mit Haftgrund oder einen separaten Haftvermittler verwenden.
Auch der Glanzgrad sollte zur Nutzung passen. Seidenmatte bis seidenglänzende Oberflächen lassen sich meist leichter reinigen als sehr matte oder raue Flächen. Stark glänzende Lacke können kleine Unebenheiten jedoch stärker zeigen.
1.1. Farbideen für Küchenfronten und Küchenwände
Bei der Farbwahl sind Töne sinnvoll, die modern wirken, aber nicht zu schnell aus der Mode kommen.
- Elfenbein, Graubeige oder Beigegrau: warm, ruhig und gut kombinierbar mit Holz, Weiß, Schwarz oder Edelstahl. Diese Töne wirken sehr wohnlich und trotzdem modern.

- Schilfgrün, Resedarün oder Blassgrün: natürlich, frisch und trotzdem dezent. Besonders schön zu Holzarbeitsplatten, hellen Wänden oder matten Metallgriffen.

- Perlweiß, Cremeweiß oder warmes Signalweiß: zeitlos, hell und freundlich. Es wirkt weicher als reines Weiß und passt gut zu kleinen Küchen oder dunkleren Räumen. Der dezente Farbton ist ideal, wenn Deko, Plissees oder Küchenutensilien später eigene Farbakzente setzen sollen.

- Anthrazitgrau, Blaugrau oder Saphirblau: modern, ruhig und deutlich ausdrucksstärker als helle Küchentöne. Diese Farben passen besonders gut zu hellen Wänden, Holzarbeitsplatten, Edelstahl, schwarzen Griffen oder schlichten Fronten. In kleinen Küchen sollten dunkle Farben allerdings eher gezielt eingesetzt werden, zum Beispiel nur an einzelnen Fronten oder als Kontrast zu hellen Flächen.

💡 Der Farbton sollte natürlich immer zum Gesamtbild der Küche passen – also zu Boden, Arbeitsplatte, Fliesen und Licht im Raum. Schauen Sie sich die Farbe deshalb immer auch bei Tageslicht und bei künstlicher Beleuchtung an.
📌 FARBENEXPERTE24 TIPP
Testen Sie die Deckkraft und Haftung vorab an einer unauffälligen Stelle, etwa der Innenseite einer Schranktür. So gehen Sie sicher, dass die gewählte Farbe für ungeschliffene Küchenfronten auch wirklich dauerhaft auf Ihrem Untergrund (z. B. Melamin oder Echtholz) hält.

2. 🧰 Werkzeugkoffer-Checkliste: Alles für Ihr Projekt Küche streichen
Ein gleichmäßiger und haltbarer Anstrich gelingt nur mit der richtigen Vorbereitung und dem passenden Werkzeug. Wer gut ausgestattet ist, arbeitet nicht nur schneller, sondern vermeidet auch typische Fehler wie sichtbare Ansätze oder ungleichmäßige Farbflächen.

Diese Werkzeuge und Hilfsmittel sollten bereitliegen:
🛡️ Schutz & Abdeckmaterialien
- Abdeckfolie oder Malervlies: Schützt Ihren Boden, die Sanitäranlagen und die restlichen Möbel sicher vor Spritzern.
- Malerkrepp, Goldband & Washi-Tape: Für einfache Abdeckarbeiten reicht normales Malerkrepp. Für besonders saubere Farbkanten eignet sich Goldband bzw. Präzisionskrepp. Washi-Tape ist gut für feine Übergänge und empfindlichere Flächen.
- Schutzkleidung: Handschuhe und ggf. eine Atemschutzmaske. Sie schützen vor Farbe und mögliche giftige Dämpfe die in Farben und Lacken enthalten sein können.
🧼 Reinigung & Vorbereitung
- Entfetter (Anlauger): Hiermit entfernen Sie Fett-, Kalk- und Seifenreste porentief. Dies ist der wichtigste Schritt, damit die Farbe optimal haftet.
- Schleifpapier mit feiner Körnung; 240, 320 oder höher.
- Schleifvlies (fein): Zum minimalen Anrauen glatter Oberflächen wie Fliesen oder beschichteter Fronten.
- Silikonentferner & Cuttermesser: Falls Sie alte Silikonfugen vor dem Streichen entfernen müssen, um einen sauberen Abschluss zu erzielen.
- Honigtuch (Staubbindetuch): Nimmt besonders feinen Schleifstaub vollständig auf und entfernt ihn von verschiedenen Oberflächen.
- Alte Bürste / Zahnbürste: zum Reinigen von Fliesenfugen und schwer zugänglichen Stellen.
🎨 Anstrich- & Beschichtungswerkzeuge
- Lackierrolle mit kurzem Flor: Diese sorgt für einen gleichmäßigen Farbauftrag auf großen Flächen wie Schranktüren oder Wänden.
- Flachpinsel (30–50 mm): Mit hochwertigen Synthetikborsten für Fugen, Ränder und Ecken.
- Kantenpinsel (abgewinkelt): Ideal für schwer zugängliche Stellen hinter Armaturen.
➤ Nutzen Sie für wasserbasierte Lacke Synthetikpinsel und kurzflorige Minirollen; passende Sets sind bei Farbenexperte24.de erhältlich.
🛠️ Sonstiges Zubehör & Schutz
- Farbwanne mit Abstreifgitter: Ermöglicht ein kontrolliertes Arbeiten und eine gleichmäßige Farbabgabe der Rolle.
- Rührstab oder Rührquirl: Zum gründlichen Durchmischen des Haftgrunds und der Pigmente des Lacks vor dem Auftrag.
- Timer oder Uhr: Damit halten Sie die wichtigen Trocknungs- und Topfzeiten (Zeitraum, in dem der Lack verarbeitbar ist) genau im Blick.
- Schraubendreher/Torx‑Bits – alle Griffe oder mögliche Anbauteile entfernen.
- Timer oder Uhr: Damit halten Sie die wichtigen Trocknungs- und Topfzeiten (Zeitraum, in dem der Lack verarbeitbar ist) genau im Blick.
- Müllbeutel/Eimer – für eine direkte Entsorgung von Schleifstaub oder Abdeckfolien und Putzlappen.
💡 Hinweis: Achten Sie auf hochwertige Qualität bei Pinseln und Rollen. Günstige Pinsel verlieren nicht selten Borsten oder hinterlassen Streifen im Lack, was das Endergebnis beeinträchtigen kann.
📌 Farbenexperte24-Tipp:
In kurzen Arbeitspausen können Sie Rollen und Pinsel luftdicht in Folie oder Gefrierbeuteln einwickeln. So trocknet die Farbe nicht sofort an und Sie müssen das Werkzeug nicht jedes Mal reinigen.
Wenn Sie verschiedene Produkte verwenden, zum Beispiel Fliesenfarbe und Möbellack, sollten Sie getrennte Rollen und Pinsel nutzen. Markieren Sie die Werkzeuge einfach mit Malerkrepp. So vermeiden Sie, dass sich unterschiedliche Materialien vermischen.
Haben Sie Fragen zur Auswahl der richtigen Rollen für Ihre Küchenschränke? Oder sind Sie sich unsicher welcher Lack für Ihre Küche in Frage kommt, dann rufen Sie uns an unter:
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3. Küchenschränke überstreichen: ohne Abschleifen
Beim Streichen alter Küchen sorgen vorallem die Fronten meist für die größte optische Veränderung. Die Küche wirkt dadurch gleich wieder frischer und gepflegter.
Viele denken, dass Küchenfronten komplett bis auf das rohe Material abgeschliffen werden müssen. Das ist heute oft nicht mehr nötig. Denn mit passenden Grundierungen oder modernen Lacksystemen können Sie Küchenfronten häufig ohne komplettes Abschleifen streichen.
💡Ein leichtes Anrauen ist bei Küchenschränken jedoch sehr zu empfehlen! Es verbessert deutlich die Haftung und sorgt für eine gleichmäßigere Oberfläche. Das ist kein vollständiges Abschleifen, sondern nur ein leichtes Mattieren.
🚩 Wichtig: Die Flächen müssen immer sauber, fettfrei, trocken und tragfähig sein.
Im folgenden Abschnitt erfahren Sie, wie Sie Schritt-für-Schritt vorgehen können, von der Vorbereitung bis zum letzten Anstrich.
🛠️ Vorbereitung:
Damit die Farbe für Küchen dauerhaft hält, ist die Sauberkeit das A & O. Fett und Küchendämpfe hinterlassen einen feinen, fast unsichtbaren Film, der die Haftung stört. Gehen Sie daher wie folgendermaßen vor:
1️⃣ Türen, Schubladen und Griffe entfernen
- Für ein sauberes Ergebnis sollten Sie zuerst Türen und Schubladen aushängen und flach hinlegen. So vermeiden Sie Lacknasen (herunterlaufende Lacktropfen) und der Lack kann gleichmäßiger verlaufen. Legen Sie die Teile am besten auf Böcke oder eine andere feststehende und vor Farbe geschützte Arbeitsfläche.
- Entfernen Sie alle Griffe, Knöpfe und Beschläge. So können Sie sauberer streichen und vermeiden Farbränder um und an den Griffen.
💡 Bei Bedarf können Sie Türen und Schubladen unauffällig Markieren (z.B. mit einer kurzen Notiz auf Malerkrepp auf die Innenseite kleben), damit später alles wieder an die richtige Stelle kommt.
2️⃣ Reinigen & prüfen
- Reinigen Sie alle Flächen gründlich mit Entfetter oder Anlauger. Danach mit klarem Wasser nachwischen und gut trocknen lassen.
- Prüfen Sie dabei auch, ob Folien, alte Lackschichten oder Kanten noch fest sitzen. Lose, abblätternde Stellen sollten nicht einfach überstrichen werden.
3️⃣ Umgebung schützen
- Decken Sie naheliegende Arbeitsplatten, den Fußboden und angrenzende Flächen sorgfältig ab.
- Kanten, Scharniere die nicht abgehen oder Bereiche, die nicht gestrichen werden sollen, ebenfalls ordentlich abkleben.
- Suchen Sie sich auch eine geeignete Stelle zum Ablegen für Ihre Arbeitsmaterialien aus, wie für benutzte Rollen & Pinsel, damit Sie immer alles griffbereit haben und schnell wiederfinden.
4️⃣ Leichtes Anrauen
- Erst wenn die Oberflächen von Fett und Schmutz befreit wurden, sollten Sie die Küchenschränke leicht anrauen. Sonst verschmieren Sie nur das Fett mit dem Schleifstaub.
- Statt einer großen Schleifmaschine reicht schon ein Schleifvlies oder ein sehr feines Schleifpapier mit einer Körnung 240, 320 oder höher. Damit wird die glatte Oberfläche der Küchenfront leicht mattiert und der Glanz verschwindet.
- Danach die Flächen nochmals gründlich mit einem feuchtem, nicht nassen, fusselfreien Tuch entstauben und trocknen lassen.
💡 Wenn alte Lackkanten, Übergänge oder kleine Unebenheiten stärker angeschliffen werden müssen, können Sie einzelne Türen bei gutem Wetter draußen anschleifen. Ist das nicht möglich vermeiden Sie möglichst Zugluft in der Wohnung, damit sich der Schleifstaub nicht überall verteilt.
➤ Feinsten Schleifstaub nimmt ein Staubbindetuch besser auf als ein normaler Lappen. Ein sogenanntes Honigtuch hilft dabei, geschliffene Küchenmöbel vor dem Lackieren gründlich zu entstauben.
Entfernen Sie groben Staub zuerst mit einem nebelfeuchten Lappen. Nach dem Trocknen wischen Sie die Fläche ohne Druck noch einmal mit dem Honigtuch ab, um feinen Staub und Fussel aufzunehmen.

5️⃣ Haftgrund auftragen
- Der Haftgrund muss unbedingt mit einem Holzstab oder Löffel von ganz unten nach oben durchgerührt werden. Haftgründe enthalten oft feine Feststoffe oder Pigmente, die sich am Boden absetzen.
- Verwenden Sie für die großen, glatten Flächen keinen Pinsel, sondern eine feine Schaumstoffrolle oder eine Flockwalze (Lackierrolle). Ein Pinsel hinterlässt fast immer sichtbare Rillen und Streifen, die sich später durch die Farbschicht durchdrücken. Ein feiner Synthetikpinsel ist dagegen gut, um vorher Ecken, Kanten oder Rillen vorzustreichen.
- Tragen Sie den Haftgrund dünn und gleichmäßig auf. Danach muss er nach Herstellerangabe trocknen, bevor der eigentliche Lack folgt.
🚩 Wichtig: Haftgrund ersetzt keine Reinigung.
Die Fläche muss auch für den Haftgrund sauber, fettfrei, trocken und tragfähig sein. Er verbindet sich sonst nur mit dem Schmutz und dem Fett, aber nicht mit dem eigentlichen Material der Küchenfront.
Folge: Sobald der Lack trocken ist, reicht schon ein leichter Stoß mit einem Topf oder das erste Abwischen mit einem Lappen, und die gesamte Farbschicht blättert ab oder lässt sich wie eine Haut abziehen.
💡 Der Untergrund muss zum späteren Lack passen. Kunststofffronten, folierte Fronten, lackierte Oberflächen und Holz können unterschiedliche Grundierungen benötigen. Schauen Sie also immer auf das jeweilige Produkt und lesen Sie sorgfälig nach für welche Oberflächen die Grundierung geeignet ist (z.B. saugende oder glatte Untergründe).
➤ Am sichersten ist ein abgestimmtes System vom selben Hersteller, weil Grundierung und Lack dafür entwickelt wurden, miteinander zu funktionieren.
🎨 Kücheschränke lackieren
Ist die Vorbereitung abgeschlossen und der Haftgrund vollständig durchgetrocknet, können Sie die Küchenmöbel streichen. Die Vorgehensweise ist fast die gleiche, wie beim Haftgrund/Grundierung auftragen.

1️⃣ Der erste Anstrich:
- Tragen Sie den Lack schön dünn und gleichmäßig mit einer kurzflorigen Lackierrolle auf. Für Ecken, Kanten und Zierleisten eignet sich auch hier ein Flachpinsel mit Synthetikborsten.
2️⃣ Trocknung einhalten
- Lassen Sie den Lack gut trocknen. Den nächsten Anstrich sollten Sie erst auftragen, wenn die vom Hersteller angegebene Trockenzeit erreicht ist. Sonst kann der neue Auftrag die erste Schicht wieder anlösen oder ungleichmäßig werden.
3️⃣ Zwischenschliff, für starken Halt und eine glatte Oberfläche:
- Auch bei sorgfältigem Arbeiten lassen sich feine Staubpartikel in der Luft nie ganz vermeiden. Zusammen mit der oft leicht rauen Struktur des Haftgrunds kann sich die erste getrocknete Lackschicht deshalb noch etwas körnig oder pickelig anfühlen.
- Rauen Sie die Oberfläche daher nach der Trocknung ganz leicht mit feinem Schleifvlies an. So verschwinden kleine Staubkörnchen, raue Stellen vom Haftgrund und feine Unebenheiten. Gleichzeitig bekommt die zweite Lackschicht einen viel besseren Halt und kann sich gleichmäßiger mit der ersten Schicht verbinden – Sie blättert später nicht ab.
- Staub entfernen: Durch das Schleifen entsteht ein ganz feiner, mehliger Staub. Wischen Sie diesen gründlich mit einem nebelfeuchten (nicht nassen!) und fusselfreien Tuch ab. Sobald die Fläche trocken ist, können Sie abschließend wieder ein geeignetes Staubbindetuch verwenden.
💡 Der Zwischenschliff ist kein echtes Abschleifen. Wenden Sie fast gar keinen Druck an. Gleiten Sie mit dem Schleifpapier oder Vlies nur sanft über die Fläche, als würden Sie hartnäckigen Staub abwischen. Ziel ist es lediglich, die Oberfläche zu mattieren und kleine Pickelchen zu köpfen.
4️⃣ Der zweite Anstrich:
- Die zweite Schicht wird ebenfalls dünn und gleichmäßig aufgetragen. Sie sorgt für mehr Deckkraft, eine gleichmäßigere glatte Oberfläche und eine deutlich robustere Beschichtung.
5️⃣ Dritter Anstrich, bei Bedarf
- Bei starken Farbwechseln, dunklen Altflächen oder noch sichtbaren Schatten kann ein dritter Anstrich sinnvoll sein. Auch hier gilt: ein leichter Zwischenschliff ohne starkes reiben sorgt für noch mehr halt und ein glatteres Ergebnis.
💡 Nicht vergessen, jede Schicht muss immer ausreichend trocknen, bevor die nächste aufgetragen wird! Die genauen Trocknungszeiten für Ihr Produkt finden Sie im technischen Datenblatt, bzw. auf dem Produkt auf der Rückseite unter Anwendung/Trocknungszeiten.
6️⃣ Griffe montieren und Fronten einsetzen
- Nach ausreichender Trocknung können Sie Griffe, Knöpfe und Beschläge wieder montieren. Arbeiten Sie vorsichtig und ziehen Sie Schrauben nicht zu fest an, damit der frische Lack rund um die Bohrlöcher nicht beschädigt wird.
- Türen und Schubladen sollten erst wieder eingesetzt werden, wenn der Lack nicht mehr klebt und stabil genug für die Montage ist. Sonst können lackierte Flächen aneinanderhaften und beim Öffnen stark beschädigt werden oder sogar abreißen.
💡 In den ersten Tagen sollten Sie die Fronten noch schonend behandeln, da der Lack oft erst nach der vollständigen Aushärtung (nach einigen Tagen) richtig belastbar ist. Vermeiden Sie kräftiges Reinigen, Scheuern oder starkes Anstoßen.
Muss eine lackierte Küchenfront noch versiegelt werden?
In der Regel nicht. Wenn Sie einen geeigneten Möbel- oder Küchenlack verwenden, bildet der letzte Anstrich bereits die fertige Schutzschicht. Eine zusätzliche Versiegelung mit Klarlack ist nur sinnvoll, wenn das verwendete Lacksystem dafür vorgesehen ist oder der Hersteller es empfiehlt. Wichtig ist, dass Farblack und Klarlack zusammenpassen, da sonst Haftungsprobleme oder ein veränderter Glanzgrad entstehen können.
Fragen zu unseren Produkten? Unsere Fachberater unterstützen Sie gerne bei der Auswahl der richtigen Grundierung, Farben und Lack.
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4. Alte Küchenfliesen streichen statt erneuern
Auch Küchenfliesen lassen sich in vielen Fällen überstreichen. Das ist besonders praktisch, wenn der alte Fliesenspiegel nicht mehr zur Küche passt, die Fliesen aber noch fest sitzen und nicht beschädigt sind.
Beim Streichen von Küchenfliesen gelten ähnliche Grundregeln wie bei Küchenfronten: Der Untergrund muss sauber, fettfrei, trocken und tragfähig sein.
Der Unterschied: Fliesen sind sehr glatt und nicht saugend. Deshalb sind Reinigung, Haftgrund und Trocknungszeiten hier besonders wichtig.
Gerade in der Küche sollten Sie außerdem auf die unterschiedlichen Belastungen achten. Hinter dem Herd treffen vor allem Fett, Wärme und Wasserdampf auf die Fläche. Rund um die Spüle kommen mehr Feuchtigkeit und Reinigungsmittel dazu. Verwenden Sie deshalb nur Fliesenfarbe oder Fliesenlack, der für den jeweiligen Bereich geeignet ist.
🧼 Kurzablauf beim Küchenfliesen streichen
1️⃣ Fliesen und Fugen gründlich reinigen:
- Reinigen Sie Fliesen und Fugen gründlich mit Entfetter oder Anlauger. Fett, Kalk, Kochdunst und Reinigungsreste müssen komplett entfernt werden. Für die Fugen eignet sich gut eine kleine Bürste oder alte Zahnbürste.
2️⃣ Oberfläche leicht anrauen
- Ein feines Schleifvlies reicht meist aus. Damit werden die Fliesen nur leicht mattiert, und die Grundierung oder Fliesenlack kann besser haften.
3️⃣ Passende Grundierung verwenden:
- Wenn Sie kein 2-in-1-System nutzen, ist ein geeigneter Haftgrund nötig. Er sorgt dafür, dass der Anstrich auf dem glatten Untergrund hält.
4️⃣ Fliesen gleichmäßig streichen:
- Fugen, Ecken und Ränder zuerst mit dem Pinsel bearbeiten. Die Flächen anschließend mit einer kurzflorigen Lackierrolle dünn und gleichmäßig rollen.
5️⃣ Trocknung und Aushärtung beachten:
- Streichen Sie erst weiter, wenn die Fläche laut Hersteller überstreichbar ist. Voll belastbar ist Fliesenlack meist erst nach einigen Tagen. In dieser Zeit sollten Sie die Fläche schonen, nicht schrubben und keine Reinigungsmittel verwenden.
💡 Weiterführender Ratgeber zum Fliesen streichen
Eine ausführliche Anleitung mit Reinigung, Grundierung, Lackaufbau und Trocknungszeiten finden Sie in unserem Ratgeber Fliesen streichen – Schritt für Schritt erklärt.
➤ Ratgeber „Fliesen streichen“ lesen
📌 Farbenexperte24-Tipp:
Trocken ist nicht automatisch belastbar. Warten Sie vor dem nächsten Anstrich immer die Herstellerangabe zur Überstreichbarkeit ab. Bei vielen Fliesenlacken liegt diese Zeit etwa bei 4 bis 12 Stunden.
Prüfen Sie zusätzlich an einer unauffälligen Stelle, ob die Fläche nicht mehr klebt und keine Fingerabdrücke annimmt. Voll belastbar ist die Oberfläche meist erst nach 5 bis 7 Tagen, bei manchen Systemen auch nach bis zu 10 Tagen.

5. Die richtige Farbe für Küchenwände finden
Küchenwände müssen mehr aushalten als normale Wohnraumwände. Wasserdampf, Fett, Spritzer und regelmäßiges Reinigen können die Oberfläche stark beanspruchen. Deshalb sollten Sie eine Farbe wählen, die gut reinigungsfähig und für Küchen geeignet ist.
Worauf Sie zuerst bei Küchenfarben achten sollten:
Achten Sie bei Wandfarben für die Küche vor allem auf die Nassabriebklasse. Sie zeigt, wie gut die Farbe eine Reinigung und Abwischen verträgt.
Klasse 1: sehr robust, gut für stärker beanspruchte Küchenbereiche
Klasse 2: gut abwischbar, für viele Küchenwände ausreichend
Klasse 3 bis 5: weniger reinigungsfähig, für stark genutzte Küchenbereiche eher ungeeignet
💡 Niedrigere Klassen sind für Küchen weniger sinnvoll, weil die Farbe beim Reinigen schneller abreiben, fleckig werden oder glänzende Stellen bekommen kann. Verwenden Sie lieber Nassabriebklasse 1 oder 2.
Die folgenden Möglichkeiten zeigen Ihnen kurz, welche Beschichtung für welchen Bereich sinnvoll ist:
Robuste Wandfarbe für normale Küchenwände
Für viele Küchenwände reicht eine hochwertige, gut abwischbare Innenfarbe mit einer Nassabriebklasse 1 oder 2 völlig aus. Das gilt vor allem für freie Wandflächen, den Essbereich oder Bereiche, die nicht direkt Wasser, Fett oder Hitze ausgesetzt sind.
Spezielle Küchen- und Badfarben
Spezielle Küchen- und Badfarben sind robuster als einfache Innenfarben. Sie eignen sich für Bereiche, in denen öfter Wasserdampf, Feuchtigkeit oder leichte Spritzer auftreten.
Sie sind eine gute Lösung für Küchenwände, die etwas mehr aushalten, aber keinen echten Spritzschutz ersetzen müssen. Achten Sie deshalb immer auf die Herstellerangaben zur Reinigung (Nassabriebklasse), Feuchtigkeit und passenden Anwendung.
Latexfarbe für stärker belastete Bereiche
Latexfarbe kann sinnvoll sein, wenn die Wand häufiger abgewischt werden muss. Sie bildet meist eine dichtere und glattere Oberfläche als einfache Wandfarbe. Dadurch lassen sich leichte Verschmutzungen, Fettspritzer oder Wasserdampf besser entfernen.
Sie passt gut zu Bereichen neben Arbeitsflächen, hinter der Kaffeemaschine oder an Wänden, die öfter feucht abgewischt werden. Für starke Hitze, dauerhaftes Wasser oder kräftiges Schrubben muss das Produkt ausdrücklich geeignet sein.
Elefantenhaut als transparenter Schutz
Elefantenhaut ist keine deckende Farbe, sondern ein transparenter Schutzanstrich. Sie kann Tapeten oder gestrichene Wände besser abwischbar machen. Sie schützt vor leichter Feuchtigkeit und kleinen Spritzern, ersetzt aber keinen echten Spritzschutz.
Die Oberfläche kann danach etwas glänzender wirken. Daher sollten Sie den Effekt lieber vorher an einer unauffälligen Stelle testen.
Praktisch ist Elefantenhaut zum Beispiel im Essbereich oder an Stellen, die häufiger Spritzer abbekommen. Sie eignet sich je nach Produkt für Tapeten, gestrichene Wände oder geeignete dekorative Oberflächen. Für direkte Nassbereiche an der Spüle oder stark belastete Bereiche am Herd ist sie meist nicht die richtige Lösung.
Überblick: Welche Farbe passt zu welchem Bereich?
Entscheidend ist, wie stark die Fläche belastet wird: Wird sie nur gelegentlich abgewischt, bekommt sie leichte Spritzer ab oder liegt sie direkt im Bereich von Herd und Spüle?
| Bereich | Sinnvolle Lösung |
| Normale Küchenwand, Essbereich, freie Wandflächen | robuste Innenfarbe mit guter Nassabriebklasse |
| Wandflächen mit mehr Feuchtigkeit oder Wasserdampf | spezielle Küchen- und Badfarbe |
| Bereiche, die sehr oft abgewischt werden | Latexfarbe oder robuste abwaschbare Wandfarbe |
| Tapeten oder gestrichene Wände nachträglich schützen | Elefantenhaut |
| Direkt hinter Herd oder Spüle | geeignete Spezialbeschichtung, 2K-System, Fliesenlack bei vorhandenem Fliesenspiegel oder feste Rückwandlösung – immer nach Herstellerangabe |
🚩 Wichtig: Prüfen Sie immer die Herstellerangaben zu Feuchtigkeit, Reinigung und Wärmebelastung. Bei sehr starker Belastung kann eine feste Rückwand aus Glas, Metall oder einem geeigneten Plattenmaterial die bessere Lösung sein.

6. Fehler beim Küche Lackieren vermeiden
Ein neuer Anstrich kann eine Küche deutlich aufwerten. Entscheidend ist aber nicht nur die Farbe, sondern auch die richtige Reihenfolge der Arbeitsschritte. Kleine Fehler bei Reinigung, Grundierung, Farbauftrag oder Trocknung können später sichtbar werden.
Die folgenden Fehler lassen sich leicht vermeiden:
❌ Fehler 1: Nur kurz mit Wasser abwischen
✅ Besser: Reinigen Sie alle Flächen gründlich. Besonders an Griffen, Schrankkanten, rund um den Herd und neben der Spüle sitzt oft ein feiner Fettfilm. Spülmittel reicht hier meist nicht aus. Verwenden Sie daher einen geeigneten Entfetter.
❌ Fehler 2: Glatte Flächen direkt überstreichen
✅ Besser: Sehr glatte Oberflächen sollten leicht angeraut werden. Dafür reicht meist ein Schleifvlies. Die Fläche wird dabei nicht komplett abgeschliffen, sondern nur leicht mattiert / angeraut. So können Grundierung oder Lack besser haften.
❌ Fehler 3: Falsches oder minderwertiges Werkzeug verwenden
✅ Besser: Nutzen Sie eine passende Lackierrolle und einen guten Pinsel für Ecken und Kanten. Viele billige Pinsel können tatsächlich Borsten verlieren, schlechte Rollen können Fusseln oder Bläschen hinterlassen. Das sieht man später besonders auf glatten Küchenfronten und Fliesen.
❌ Fehler 4: Zu viel Lack auf einmal auftragen
✅ Besser: Tragen Sie Lack lieber in zwei dünnen Schichten auf als in einer dicken. Zu dicke Schichten trocknen schlechter, können verlaufen und bilden schnell Lacknasen. Das passiert besonders an senkrechten Fronten oder an Kanten.
❌ Fehler 5: Auf den Zwischenschliff verzichten
✅ Besser: Getrockneter Lack ist extrem glatt, wodurch die nächste Farbschicht darauf kaum Halt findet und später bei Stößen leicht abblättern kann. Rauen Sie die Fläche möglichst vor jedem neuen Anstrich immer ganz leicht an. So entstehen unsichtbare Rillen, in denen sich die neue Farbe wie bei einem Klettverschluss sicher mit der unteren Schicht verkrallt.
❌ Fehler 6: Zu früh weiterarbeiten oder reinigen
✅ Besser: Halten Sie immer die Trocknungszeiten des Herstellers ein. Auch wenn nach dem Anstrich die Küche oft schon nach wenigen Stunden fertig aussieht. Sie ist dann noch nicht überstreichbar oder belastbar. Montieren Sie auch Türen, Griffe und Schubladen erst wieder, wenn der Lack ausreichend getrocknet ist. Reinigen sollten Sie die Fläche erst, wenn sie vollständig ausgehärtet ist.

7. 📝 Fazit: Das Wichtigste auf einen Blick
Eine Küche muss nicht immer komplett erneuert werden, wenn Fronten, Fliesen oder Wände nicht mehr gefallen oder weil sie außer Mode sind. Mit der passenden Farbe, guter Vorbereitung und etwas Geduld können Sie viele Oberflächen optisch auffrischen und wieder alltagstauglich machen.
➡️ Beschichtung passend zur Fläche wählen:
Küchenfronten, Fliesen und Wände brauchen unterschiedliche Produkte. Für Fronten eignen sich passende Lacke, für Fliesen spezielle Fliesenfarbe oder Fliesenlack und für Wände robuste, gut reinigungsfähige Wandfarben. Bei stark belasteten Bereichen können je nach Anwendung auch 1K- oder 2K-Systeme sinnvoll sein.
➡️ Farben aufeinander abstimmen:
Stimmen Sie Fronten, Fliesen, Wände, Arbeitsplatte und Boden farblich aufeinander ab. So wirkt die Küche am Ende nicht nur frisch gestrichen, sondern harmonisch.
️➡️ Werkzeug und Arbeitsplatz vorbereiten:
Legen Sie Rollen, Pinsel, Abdeckmaterial, Schleifvlies und Reinigungsmittel vor dem Start bereit. Entfernen Sie Griffe und Beschläge, schützen Sie angrenzende Flächen und planen Sie genug Platz zum Ablegen der Türen oder Schubladen ein.
➡️ Untergrund gründlich reinigen:
Fett, Staub und alte Rückstände müssen entfernt werden. Gerade in der Küche ist eine saubere, fettfreie Fläche wichtig, damit Haftgrund, Grundierung, Farbe oder Lack zuverlässig halten können.
️➡️ Glatte Flächen leicht anrauen:
Bei sehr glatten Fronten oder Fliesen reicht oft ein feines Schleifvlies. Die Oberfläche wird nur leicht mattiert, nicht komplett abgeschliffen.
️➡️ Trocknungszeiten einhalten:
Streichen Sie erst weiter, wenn die Fläche laut Hersteller überstreichbar ist. Auch wenn Lack oder Fliesenfarbe trocken aussehen, können sie noch empfindlich sein.
➡️ Küche in den ersten Tagen schonen:
Küchenfronten und Fliesen wirken oft schnell fertig, sind aber noch nicht voll belastbar. Reinigen Sie die Flächen in den ersten Tagen nicht mit Reinigungsmitteln, scheuern Sie nicht und lehnen Sie keine schweren Gegenstände dagegen. Kleine Spritzer nehmen Sie am besten nur vorsichtig mit einem weichen Tuch auf.

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Egestorffstraße 3a
31319 Sehnde




